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Kohle für Studenten

"Feggendorfer Stolln" Kohle für Studenten

Im „Feggendorfer Stolln“ wird künftig nicht nur aus Spaß an der Freude gelegentlich Kohle abgebaut. Der Umgang mit Hacke und Schaufel im Flöz ist jetzt sogar ausbildungsrelevant. Angehende Bergbauin-genieure können dort die geforderten Praxisstunden leisten: Der „Stolln“ wird zum Lehrbergwerk.

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Künftig viel mehr als ein Magnet für Besucher: Der „Feggendorfer Stolln“ wird Lehrbergwerk.

Quelle: nah

Feggendorf. Damit gewinnt die ehemalige Kleinzeche im Deister noch mehr an Bedeutung. Als Industriedenkmal ist sie längst anerkannt. Beim Schaumburger Land Tourismus gilt sie als besonderes Vorzeigeobjekt. Nun rückt die bis Mitte der Achtzigerjahre schon halb verfallene Grube sogar bundesweit in den Blickpunkt des Steinkohlebergbaus.

Denn Ende 2018 schließen die beiden letzten industriell betriebenen Zechen in Bottrop und Ibbenbüren. „Damit ster-ben Handwerk und Tradition aus“, macht der Feggendorfer Betriebsleiter Florian Garbe deutlich. Fachleute für den Bergbau würden aber auch weiterhin auszubilden sein - und diese müssen nach den bisherigen Bestimmungen mindestens 120 Schichten unter Tage absolvieren. Wenn es aber dafür bald keine Gelegenheit mehr gebe, schluss-folgerte Garbe schon vor einiger Zeit, müsste eine neue geschaffen werden. Folglich bewarb sich der „Stolln“ um Anerkennung als Lehrbergwerk. Diese Zulassung liegt inzwischen vor: „Wir dürfen Kohle fördern und ausbilden“, berichtete er jetzt und freute sich sichtlich über die Erlaubnis: „Dann sind wir ab 2019 die letzte Steinkohlenzeche in Deutschland, die noch ein paar Tonnen Kohle im Jahr abbauen kann.“ Derzeit gibt es noch zwei weitere Lehrbergwerke: eine Erzgrube in St. Andreasberg im Harz sowie eine an die dortige Universität angegliederte Einrichtung im sächsischen Freiberg.

450 Meter langer Rundweg

Für die künftige Funktion soll ein neues Kohleflöz erschlossen werden. Doch auch den Besuchern, die weiterhin die untertägige Welt betrachten können, dienen weitere Ausbau- und Sicherungsmaß-nahmen. Ziel ist ein Rundweg, der über eine Länge von 450 Metern und einem Höhenunterschied von 55 Metern am bisherigen Stolleneingang beginnt und an einem entfernt gelegenen Ausgang („Rösche“) endet. Unterwegs sehen die Gruppen historische Abbaustrecken und Flöze, den Aufbau des Gesteins, die als Grundstrecke bezeichnete Hauptachse durch den Deister und sogar einen unterirdischen „Bahnhof“.

Garbe zeigte sich zufrieden über die Arbeiten unter Tage im vergangenen Jahr. „Wir haben viele Meter aufgewältigt“, beschreibt er die Beseitigung von Bruchstellen und den Ausbau von Teilstrecken. Daneben ließ sich die komplette Mannschaft erneut in „Erste Hilfe“ schulen – aus reiner Vorsorge: „Zum Glück“, so der Betriebsleiter, „ist in den letzten 14 Jahren kein schwerer Unfall passiert“. Er lobte das unverändert hohe Besucheraufkommen bei Aktionstagen wie auch an den „normalen“ Sonntagen, wo zu festen Zeiten keine Voranmeldung erforderlich ist. Als dringend notwendig sieht die Betriebsmannschaft einen Stromanschluss an. Bislang sorgt ein Generator für die erforderliche Energie bei maschinellen Arbeiten. „Doch der Lärmpegel nervt“, hat Garbe bereits Lauenaus Bürgermeister Wilfried Mundt um Unterstützung gebeten. nah

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