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Lauenau: Ex-Geliebte bleibt bei Aussage

Verteidiger setzen Frau unter Druck Lauenau: Ex-Geliebte bleibt bei Aussage

Im Mordprozess gegen Uwe K. aus Lauenau haben heute beide Verteidiger die frühere Geliebte des Angeklagten unter Druck gesetzt. Die 43-Jährige blieb jedoch dabei: Aus ihrem angeblichen Versteck in einem Nebenraum will sie beobachtet haben, dass K. seine Ehefrau Ines mit einem Balken niedergeschlagen hat.

Quelle: Symbolfoto

Lauenau/Bückeburg. In dieser Behauptung sehen die Anwälte Dirk Baumann und Christoph Hessel einen von vielen Widersprüchen. Die Ex-Geliebte hatte sinngemäß erklärt, sie habe die Tür geöffnet und diese sei offen stehen geblieben. „Es ist eine Feuerschutztür, die von allein zufällt“, hielt Hessel ihr daraufhin vor. Anfangs hatte die Ex-Geliebte behauptet, Uwe K. in Lauenau abgesetzt zu haben, zur

Tatzeit aber auf einem Parkplatz in Bad Nenndorf gewesen zu sein. Später widerrief sie diese Aussage.
Nicht nachvollziehbar sind für Verteidiger Baumann Gespräche zwischen K. und der Geliebten, in denen beide nach der Tat darüber spekuliert haben sollen, wer der Täter sei. Polizisten hatten die Telefone überwacht und mitgehört. Widersprüchlich findet Baumann auch Zeilen der 43-Jährigen, mit denen sie einer engen Verwandten des Handwerkers versicherte, „dass ich voll hinter ihm stehe und mit meinem ganzen Herzen an ihn glaube“.

"Du steckst da mit drin"

Das erklärt die Ex so: „Er sollte glauben, dass ich nichts verrate.“ Erstens will sie nach Drohungen Angst um ihre Kinder gehabt haben, zweitens soll der Geliebte sie mit den Worten unter Druck gesetzt haben: „Du steckst da mit drin.“ Aus Sicht der Verteidigung passt dazu allerdings nicht, dass die Frau aus Hannover außerdem in ihrem WhatsApp-Profil im Internet ein Gedicht eingestellt hatte, das K. gar nicht zu sehen bekam, weil er bereits in Untersuchungshaft saß.
Oberstaatsanwalt Frank Hirt wirft dem Angeklagten vor, seiner Frau Ines mit Zaunlatten den Schädel zertrümmert und das noch lebende Opfer anschließend mit Müllsäcken erstickt zu haben, um mit der Geliebten ein neues Leben beginnen zu können.

Zeugen gegenüber hatte Uwe K. am Tag der Tat, dem 27. Mai 2015, von einem Raubmord mit unbekanntem Täter gesprochen. So lief er auf das Auto eines Forstarbeiters zu und sagte nach dessen Erinnerung: „Meine Frau wurde überfallen, sie ist schwer verletzt. Kann jemand Erste Hilfe?“ Als Widerspruch empfand der Zeuge, dass K. bereits selbst mit lebensrettenden Maßnahmen begonnen haben wollte, Bluse und BH der Frau jedoch nicht geöffnet waren.

Angestellter ist von Raubmord ausgegangen

Auf Nachfrage von Verteidiger Dirk Baumann musste der Forstarbeiter einräumen, er wisse nicht, ob damit „Erste Hilfe im Sinne eines Kurses“ gemeint gewesen sei. Beobachtet hat der Zeuge außerdem, dass Uwe K. Blut an den Händen hatte – und zwar bis zur Mitte der Unterarme. Dies könnte damit zusammenhängen, dass er die Tote berührt hat. Müllsäcke, mit denen Ines K. laut Anklage erstickt worden ist, lagen ebenso neben der Leiche wie eine Zaunlatte, womit der Täter ihr zuvor den Schädel zertrümmert haben soll.
Von einem Raubmord war auch ein früherer Angestellter des Angeklagten ausgegangen, den Uwe K. angerufen hatte. Dieser habe gesagt, dass seine Frau überfallen worden sei und die

Tochter nicht davon mitbekommen solle. „Ich habe gesehen, dass eine Schublade und die Kasse offen waren“, berichtete der Zeuge im Prozess. Uwe habe gezittert. „Er war vollkommen fertig und hat kein gerades Wort rausgekriegt.“ Ob ein Raubmord passiert ist, muss das Schwurgericht klären.  ly

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