Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Lauenau nach Bluttat unter Schock

Die Bevölkerung ist fassungslos Lauenau nach Bluttat unter Schock

Im Flecken Lauenau hat es am Donnerstag nur ein Thema gegeben: die schreckliche Bluttat, bei der am Mittwoch die 42-jährige Ines K. ums Leben gekommen ist. Im ganzen Ort herrschen Trauer, Fassungslosigkeit und Entsetzen.

Voriger Artikel
Offenbar Gewaltverbrechen in Lauenau
Nächster Artikel
72000 Euro für Hoppenberg

Das Entsetzen nach der Bluttat ist in Lauenau groß.

Quelle: rg

Lauenau. Buspassagiere, die am ZOB aussteigen, tuscheln über die Tat, Einwohner zeigen einander Zeitungsberichte über das Geschehene, Gerüchte machen die Runde.
Ein geradezu gespenstisches Bild ergibt sich, als zur Mittagszeit die Jungen und Mädchen des Kindergartens, der direkt neben dem Tatort liegt, mit ihren Erzieherinnen einen Spaziergang machen und zwangsläufig Kamerateams und Polizisten erblicken. Kurze Zeit später muss ein Lauenauer vor dem Haus, in dem Ines K. ums Leben gekommen ist, eine Bekannte der Familie trösten, die unter Tränen versucht, das Geschehene zu begreifen.

Die Familie ist im Ort beliebt. Der Ehemann holte seine Tochter regelmäßig von der Schule ab, auch am Tag der Bluttat saßen beide zur Mittagszeit in der Eisdiele – wenige Hundert Meter vom Tatort entfernt. Die Ehefrau galt als ausgesprochen freundlicher Mensch. „Das war eine ganz Liebe“, sagte ein Bekannter.

Entsprechend schockiert sind die Menschen im Flecken – bereits am Morgen hatten Trauernde eine weiße Engelsskulptur und eine Kerze vor dem Grundstück der Familie aufgestellt. Die Kriminalermittler hatten die Eingangstür des Hauses, in dem die schreckliche Tat verübt worden war, am Vorabend versiegelt.

Polizeipressesprecher Axel Bergmann zufolge fragten etliche verstörte Einwohner bei den Beamten nach, wollten sich über Einzelheiten der Tat Gewissheit verschaffen. Am Tag des Verbrechens waren darüber hinaus kirchliche Seelsorger im Einsatz – einer von ihnen musste am Donnerstag der Tochter der getöteten 42-Jährigen die Nachricht überbringen, dass die Drittklässlerin ihre Mutter nie mehr lebend wiedersehen wird.

Die Polizei sagte gestern nichts über den Aufenthaltsort der Tochter und des Ehemanns der Toten. Nach Informationen dieser Zeitung waren beide bei befreundeten Familien untergebracht. Am Donnerstag wurden zahlreiche Personen aus dem Umfeld der Familie von der Polizei vernommen.

Der Tag nach dem schrecklichen Verbrechen begann für Lauenau mit einem selten gesehenen Medienaufgebot. Zahlreiche Kamerateams belagerten den Ort des Geschehens.
Vor sechs Jahren hatte die von der Tragödie betroffene Familie schon einmal einen schlimmen Schicksalsschlag zu verkraften gehabt: Am Neujahrstag 2009 brannte deren Haus in Feggendorf ab, nachdem es zuvor binnen sieben Jahren mühevoll restauriert worden war.

Anschließend zog die Familie nach Lauenau. In dem dortigen Haus kam es nun zu der Bluttat.  r

Verbrechen „unvorstellbar“

Wolfgang Kölling, stellvertretender Bürgermeister: „Für mich ist es unvorstellbar, dass so etwas in unserem Ort passieren kann.“
Dirk Tetzlaff, Nachbar und ebenfalls Handwerksmeister: „Das ist absolut traurig und unfassbar. Wir hatten bei der Rodenberger Wirtschaftsschau noch unsere Stände nebeneinander.“
Klaus Kühl, Vorsitzender der Lauenauer Runde: „So was am helllichten Tag ist einfach grausam. Vielleicht müssen wir alle genauer hinschauen und wachsamer sein.“
Sven Janisch, Gemeindedirektor von Lauenau: „Ein schlimmes Ereignis für die Familie, die schon vor Jahren durch einen Brand so gebeutelt wurde.“
Georg Hudalla, Samtgemeindebürgermeister: „So ein schlimmes Ereignis mitten im Zentrum eines belebten Ortes hätte ich nie vermutet.“  nah

Entsetzen und Trauer nach Bluttat

Nach dem Gewaltverbrechen in Lauenau haben die Ermittlungen gestern noch zu keinem Ergebnis geführt. Der Ort steht derweil unter Schock. Besonders tragisch: Gestern war der achte Geburtstag der Tochter, die das 42-jährige Opfer hinterlässt.

Zur Frage, ob es bereits einen Tatverdächtigen gibt, machte die Staatsanwaltschaft Bückeburg keine Angaben. Ihr Sprecher Nils-Holger Dreißig erklärte, die Polizei habe eine 18-köpfige Mordkommission gegründet, man ermittle wegen eines Tötungsdeliktes. Gestern seien Zeugen vernommen worden. Auf den Straßen Lauenaus dominierte das furchtbare Geschehen die Gespräche. r

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben
Mehr zum Artikel
Verhandlung beginnt am 14. März

Der Termin für den Prozess im Fall der ermordeten Lauenauerin Ines K. steht nun fest. Die Hauptverhandlung vor dem Schwurgericht des Landgerichts Bückeburg beginnt am Montag, 14. März, wie eine Sprecherin des Schwurgerichts auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte.

mehr

O’zapft is heißt es in der Stadthäger Festhalle wieder am Freitag und Sonnabend, 23. und 24. September. Dann dominieren die Farben Blau und Weiß in der Halle und fesche Frauen in farbenfrohen Dirndln tanzen auf den Tischen... mehr