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Lauenauer auf Mali-Mission

Unterstützungskompanie in Koulikoro Lauenauer auf Mali-Mission

Der Lauenauer Christian W. ist für drei Monate Teil der europäischen Trainingsmission (EUTM) in Mali. Als Mechatroniker für Kältetechnik kümmert er sich in Koulikoro um sämtliche Kälte- und Klimaanlagen der deutschen Unterstützungskompanie. Für rund 50 Anlagen ist er dort verantwortlich.

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Für seinen Einsatz in der EUTM Mali wurde der Reservist für drei Monate von seinem Arbeitgeber freigestellt.

Quelle: Möckel

Lauenau. Von Alexandra Möckel

Mindestens einmal im Monat muss jedes dieser Geräte gewartet werden. Die Arbeiten reichen von der Instandsetzung bis hin zur Reinigung und Dokumentation der einzelnen Anlagen. Bereits um 5.30 Uhr beginnt für W. der Arbeitstag. „Ich wasche mich und gehe danach zum Sport, weil die hohen Temperaturen in der Mittagszeit das nicht zulassen“, berichtet der Stabsunteroffizier.

„Am Anfang war es sehr schwierig. Es hat zwei Wochen gedauert, bis ich mich an die Hitze gewöhnt hatte, weil die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit einfach zu extrem sind“, gesteht er. Vor allem in der Regenzeit steigt die Luftfeuchtigkeit auf bis zu 70 Prozent. Jetzt, mit Beginn der Trockenzeit, ist die Luftfeuchtigkeit zwar deutlich niedriger, aber die Temperaturen steigen auf bis zu 40 Grad Celsius. „Arbeiten in der Hitze ist schwierig, man ist deutlich träger. Man muss viele Pausen machen und ständig Wasser trinken“, weiß der Lauenauer.

Derzeit leistet die Bundeswehr zwei Einsätze in Mali: die Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen MINUSMA im Norden des Landes sowie die EUTM im Süden. Aufgrund des Klimas in Mali ist eine dauerhafte Kühlung der technischen Anlagen sowie der Arbeits- und Unterkunftscontainer unumgänglich.

Die hohen Außentemperaturen und der viele Staub bringen die Klimageräte an ihre Leistungsgrenzen. Dies führt bei vielen Geräten zu Störungen und Ausfällen. „Wenn die Klimaanlagen still stehen, haben wir innerhalb einer Stunde weit über 40 Grad Celsius in den Containern.“

Technische Anlagen und unsere IT-Geräte würden überhitzen und letztlich nicht mehr zuverlässig arbeiten oder ausfallen, erläutert Reservist W. Indem er die Klimageräte intensiv pflege, könne er eine dauerhafte und störungsarme Funktion der Systeme gewährleisten. „Damit hab ich auch ein wenig Einfluss auf die Einsatzbereitschaft der Truppe“, fügt er nicht ohne Stolz hinzu.

2003 kam Christian W. als Wehrpflichtiger zum Panzerbataillon 33 in Luttmersen. „Ich hatte großen Spaß daran und war gern mit meinen Kameraden auf vielen Übungen. Deshalb habe ich damals meinen Wehrdienst auf vier Jahre verlängert“, erzählt der heutige Klimatechniker. Dennoch stellte sich ihm die Frage: Was kommt danach? „Ich musste raus, um eine Ausbildung machen zu können.“ 2008 begann er seine dreijährige Ausbildung zum Mechatroniker in Kältetechnik bei der Firma Anderten Kälte und Klima.

Nach erfolgreichem Abschluss wurde er übernommen. Doch sein Herz schlug weiter auch für die Bundeswehr. „Es macht mir unheimlichen Spaß. Soldat sein war schon immer mein Ding. Da kann ich meinen Beitrag leisten“, erklärt der 31-Jährige.

Bereits viermal war W. im Auslandseinsatz, dreimal davon über Weihnachten. „Ich kann nur über die Wintermonate, im Sommer kann mich mein Chef nicht freistellen. Zu dieser Jahreszeit ist die Auftragslage sehr hoch, da braucht er alle Mitarbeiter“, erklärt der Stabsunteroffizier. Im Winter könne er dann Urlaub abbauen oder eben seinem „Hobby“ Bundeswehr nachgehen, sagt der ehemalige Schützenkönig schmunzelnd. „Ich habe einen sehr kulanten Chef. Dass er mir das ermöglicht, ist nicht selbstverständlich“, betont W.

Nach Paris: Einsatz vor Ausweitung

Bei der EUTM sind derzeit 22 europäische Nationen an der Ausbildung der malischen Streitkräfte beteiligt. Von den 450 Soldaten stellt Deutschland mit rund 200 den größten Anteil. Die deutschen Kräfte übernehmen die Aufgabe der Infanterie-, Pionier- und Logistikausbildung. Außerdem stellt die Bundeswehr mit der Unterstützung Österreichs die sanitätsdienstliche Versorgung der Trainingsmission sicher. Im Hauptquartier in Bamako sind weitere deutsche Soldaten eingesetzt. Rund 5000 malische Soldaten wurden bei der EUTM ausgebildet. Die Trainingsmission soll dem Land zu innerer Stabilität verhelfen, aber nicht direkt in die Kampfhandlungen im Norden eingreifen. 2012 hatten islamische Rebellen in Mali eine Offensive gestartet. Im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris zog Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen eine Ausweitung des Bundeswehreinsatzes in Mali in Erwägung. Dies begrüßte der Vorsitzende des Reservistenverbandes, Roderich Kiesewetter (CDU). gus

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