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Lauenau Lauenauerin bewahrt Dokument vom Kriegsende auf
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18:29 04.05.2015
Widmung auf der Glasscheibe: Dr. Meyer-Hochheim mit ihrem wertvollen Erinnerungsstück. Quelle: nah
Lauenau

Die promovierte Tierärztin besitzt sogar einen ganz denkwürdigen Beleg über die Ereignisse in ihrem Elternhaus: Mit einem roten Filzstift hat sich ein amerikanischer Offizier auf dem Glas eines Bilderrahmens verewigt: Mit „Thanks for Hospitality, The American Army“, dankte der Mann am 13. April 1945 der Familie für die Gastfreundschaft.
Wahrscheinlich hatte der Mann heimatliche Gefühle. Denn unter schützendem Glas befindet sich das amerikanische Wappentier. Den gestickten „Eagle“ hatte die Mutter bereits in den zwanziger Jahren von einem längeren Aufenthalt in Detroit mit-gebracht.
So ist das Bild gleich aus zweierlei Gründen ein wichtiges Erinnerungsstück, auch wenn die Schrift zunehmend verblasst. Meyer-Hochheim weiß noch eine Menge Details über die Besatzer: „Am 10. April bogen die Jeeps in der Marktstraße noch nach rechts zur Coppenbrügger Landstraße ab. Aber am nächsten Tag steuerten sie nach links und kamen zu uns in die Rodenberger Straße.“
Das etwas herrschaftlich wirkende Anwesen verleitete offenbar den diensthabenden Offizier, es zu beanspruchen. Für zwei Tage musste die Familie ihr Zuhause verlassen.
Vielleicht hätte die Truppe ja ein anderes Haus gewählt, wenn sie um dessen Vorge-schichte gewusst hätte: Hier waren im 19. Jahrhundert die örtlichen Gefangenen untergebracht. Die Vertiefungen der eisernen Fenstergitter sind heute noch in manchen steinernen Wölbungen zu sehen.