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Lauenau Leben, kämpfen und im Sand verschwinden
Schaumburg Rodenberg Lauenau Leben, kämpfen und im Sand verschwinden
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00:17 02.11.2013
Die „Bald-Schulkinder“ erleben im Deister Archäologie aus der Nähe. Quelle: pr.
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Feggendorf

Ein Playmobil-Ritter läuft über eine graue Sandschicht, lebt, kämpft und stirbt. Die Jahre gehen ins Land, eine rote Sandschicht legt sich über die graue, ein zweiter Spielzeug-Ritter lebt, kämpft und stirbt. Eine blaue Sandschicht deckt alles zu, es werden Schätze vergraben – und so weiter. Von der Seite sehen die „Baschukis“ („Bald-Schulkinder“) des Waldkindergartens begeistert zu, wie sich die Sandschichten im Kunststoffbehälter vermischen.

 Archäologin Andrea Göpel vermittelt so vor dem Hintergrund der etwa 1000 Jahre alten Wirkesburg in der Nähe von Feggendorf, wie wertvoll ein Bodendenkmal ist, und dass es schade wäre, wenn es von Laien-Ausgrabungen zerstört würde – denn dort lassen sich Zeugnisse vergangener Epochen finden, die so im Erdreich versanken, wie es Göpel mit den Spielzeug-Männchen nachempfand.

 Nach dem Betrachten und Befühlen alter Tierknochen- und Keramikscherben bekommen die Kinder echtes Ausgrabungswerkzeug und machen sich an die Arbeit im vorbereiteten Grabe-Feld. Rasch ist die erste Tonscherbe entdeckt, und nachdem alle zuvor versteckten Gegenstände gefunden worden sind, kleben die „Baschukis“ die Scherben zu bunten Tongefäßen zusammen.

 Glücklich über die gelungene Aktion sind außer den Jungen und Mädchen auch die Erzieher sowie die Initiatorin, Kunsthistorikerin und Museumspädagogin Edith von Weitzel-Mudersbach. Diese will das Projekt nun auch anderen Kindergärten und Schulen anbieten.gus, r

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