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Lebensgefährlich Verletzter ist 90 Minuten im Fahrerhaus eingeklemmt

Lauenau / Unfall Lebensgefährlich Verletzter ist 90 Minuten im Fahrerhaus eingeklemmt

Bei einem Verkehrsunfall auf der Autobahn 2 prallte am späten Freitagabend an der Anschlussstelle Lauenau in Fahrtrichtung Bad Nenndorf ein Klein-Lastwagen in das Heck eines am Stauende stehenden Sattelzugaufliegers. Der Fahrer wurde schwerst verletzt im Wrack eingeklemmt.

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A2, Lauenau Blick Richtung Bad Nenndorf, Fahrerseite: Der Transporter prallte frontal auf den staubedingt stehenden Sattelzugaufliegers.

 

Lauenau (cap).   Einsatzkräfte aus fünf Ortsfeuerwehren retteten den Mann nach etwa 90 Minuten aus dem zerstörten Fahrerhaus. Der lebensgefährlich Verletzte wurde in ein Traumazentrum nach Hannover gebracht.

Laut Polizei musste ein 42-jähriger Lkw-Fahrer eines Sattelzuges aus Polen gegen 21.30 Uhr am Stauende auf dem rechten Fahrstreifen in Höhe des Beschleunigungsstreifens an der Anschlussstelle Lauenau anhalten. Der Stau hatte sich wegen einer Nachtbaustelle vor Bad Nenndorf auf der A2 gebildet. Auf dem gleichen Fahrstreifen fuhr ein 36-jähriger Ukrainer in einem Mercedes Atego 812 mit Kofferaufbau. Ob das Fahrzeug mit einer ukrainischen Zulassung noch im Besitz einer Hamburger Einrichtungsfirma ist, wie die Aufschrift anzeigt und woraus die Ladung bestand, wird die Polizei noch ermitteln.

Der 36-Jährige prallte ungebremst und frontal auf das Heck des dreiachsigen Sattelaufliegers, der mit Keksen beladen war. Durch die Wucht des Aufpralls wurde das Fahrerhaus des Transporters bis gegen den Kofferaufbau zusammengedrückt. Der Fahrer wurde gänzlich im Wrack eingeklemmt.

Ein Anrufer meldete der Polizei, dass sich der Unfall auf der A2 kurz hinter Rehren ereignet hätte. Deshalb alarmierte die Leitstelle Schaumburg die Ortsfeuerwehren aus Bernsen, Kathrinhagen, Rehren und Rolfshagen. Tatsächlich hatte sich der Unfall unter der Brücke der Bundesstraße 442 an der Anschlussstelle Lauenau ereignet, wohin die Feuerwehrleute weiterfuhren.

Zusätzlich wurde auch die Ortsfeuerwehr Rodenberg alarmiert. Insgesamt rückten 76 Einsatzkräfte mit 12 Fahrzeugen aus. Um den eingeklemmten 36-Jährigen aus dem Wrack zu befreien, wurden laut Feuerwehr die neuen Rüstsätze der Ortsfeuerwehren aus Rehren und Rolfshagen verwendet, die sich im Einsatz bewährt haben. Mit zwei hydraulischen Scheren und Spreizern sowie Rettungszylindern gingen die Einsatzkräfte von der Fahrer- und Beifahrerseite vor. Ein Notarzt und die Rettungsassistenten von zwei Rettungswagen führten parallel die medizinische Versorgung des Eingeklemmten durch. Nach etwa 90 Minuten konnte der 36-Jährige von der Fahrerseite aus der Wrack befreit werden. Begleitet von einem Notarzt kam der Ukrainer mit lebensgefährlichen Verletzungen in einen Rettungswagen in die Medizinische Hochschule Hannover. Ein Rettungshubschrauber konnte aus Wettergründen nicht eingesetzt werden.

Der polnische Lkw-Fahrer zog sich leichte Rückenverletzungen zu. Zwei Autos fuhren nach dem Unfall über verstreute Trümmerteile, wobei die Wagen leicht beschädigt wurden.

Die Autobahnmeisterei Lauenau sperrte die Autobahn 2 und leitete den Verkehr an der Anschlussstelle auf die Bundesstraße 442. Es kam zu einem kilometerlangen Rückstau auf der A2 und zu Staus auf der Umleitungsstrecke über Bad Nenndorf. Ein Bergungsunternehmen schleppte den beschädigten Sattelauflieger und den total zerstörten Transporter ab. Die Fahrbahnen wurden von ausgelaufenen Betriebsstoffen gereinigt. Die Autobahn 2 war in Richtung Bad Nenndorf bis gegen 1 Uhr voll gesperrt. Die Polizei schätzt den Gesamtschaden auf etwa 100 000 Euro.

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