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Lauenau Mordverdächtiger Ehemann schweigt
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16:10 19.04.2016
Der Mord an Ines K. beschäftigt Polizei und Staatsanwaltschaft seit dem 27. Mai. Quelle: Archiv
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Lauenau

Dies erklärte Pressesprecher Nils-Holger Dreißig am Donnerstag auf Anfrage.

Vorerst bleibt der 44-Jährige, der unter dringendem Tatverdacht steht, am 27. Mai seine Frau Ines K. umgebracht zu haben, in Untersuchungshaft. Dreißig zufolge hat es bisher keine erneute Befragung des Mannes gegeben. Diesem sei bei seiner Festnahme die Möglichkeit eingeräumt worden, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Abgesehen davon, dass er die Tat bestreitet, habe der Lauenauer aber keine Aussage gemacht. Auch am Donnerstag nicht.

Ein Verhör Uwe K.s ist zunächst nicht geplant. Der Ofenbauer sei bereits unmittelbar nach der Tat befragt worden. Jetzt seien die Akten des Falls an K.s Verteidiger übergeben worden. Dieser könne Einsicht in die Schriftstücke nehmen. Wie lange dies dauert, ist Dreißig zufolge offen. Das Material sei umfangreich, und der Anwalt bekomme ausreichend Zeit, um es durchzusehen.

Anschließend könne der Verteidiger mit seinem Mandanten das weitere Vorgehen abstimmen. Der Jurist könnte Uwe K. dann dazu raten, eine Aussage zu machen oder aber weiter zu schweigen. Davon ist laut Dreißig auch der weitere Fortschritt des Verfahrens abhängig. Nach jetzigem Sachstand plane die Staatsanwaltschaft, Anklage gegen den Inhaftierten zu erheben. Bei dem dann folgenden Gerichtsverfahren käme es zwangsläufig zur erneuten Befragung des Lauenauers.

Die Staatsanwaltschaft, die ihren Verdacht auf Indizien stützt, hüllt sich bezüglich des Tathergangs weiter in Schweigen. In dem angestrebten Verfahren müssen viele Zeugen gehört werden, so Dreißig. Und deren Aussagen sollen möglichst authentisch sein. Gäben die Ermittler jetzt zu viele Details preis, könne dies die Zeugen beeinflussen. Wie lange es bis zum nächsten Verfahrensschritt noch dauert, wollte Dreißig nicht schätzen. Die Untersuchungshaft sei auf sechs Monate begrenzt. Doch „bei Haftsachen“, so Dreißig, müsse seine Behörde zügig handeln.

Pastor und Notfallseelsorger Dieter Meimbresse hat sich wie bereits am Tag der Bluttat auch jetzt um Familienangehörige der K.s gekümmert. Die Betreuung der achtjährigen Tochter Uwe K.s wird nach dessen Worten genauso bewerkstelligt wie Ende Mai. Seinerzeit war das Mädchen bei Verwandten untergebracht worden. Meimbresse warnt vor einer Vorverurteilung des Inhaftierten, dem er auch gern einen Besuch in seiner Funktion als Seelsorger abstatten würde. Beantragt habe er dies bereits, er wisse jedoch, dass es schwierig ist, einen solchen Besuch genehmigt zu bekommen. gus

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