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Lauenau Neues Licht mit alter Lampe
Schaumburg Rodenberg Lauenau Neues Licht mit alter Lampe
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00:18 16.12.2015
Die Schusterkugel strahlt gebündeltes Licht aus. Quelle: nah
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Lauenau

Aber bislang war es eher ein Torso: Nur zwei Glaskugeln säumten die Lichtquelle in der Mitte. Drei der zerbrechlichen Ballons fehlten. Diese haben die Heimatfreunde jetzt maßstabsgetreu in einer Glasbläserei anfertigen lassen.

Anneliese Meyer staunte über die Einladung des Vereinsvorsitzenden, Jürgen Schröder, nicht schlecht. Sie sollte doch mal in die Schusterstube des Museums kommen. Die Witwe des letzten Schuhmachermeisters, Ludwig-Wilhelm Meyer, stieg sogar über die enge Wendeltreppe in den winzigen Raum im Obergeschoss. Dort sieht es so aus, als wäre der Meister gerade nur vor die Tür gegangen: Neben einer Nähmaschine reihen sich hölzerne Leisten in einem Regal. Und auf dem altersschwachen Tisch steht neben allerlei Werkzeug eben jener merkwürdige Beleuchtungskörper. Nun sollte dieser das erste Mal wieder in Funktion sein.

Anneliese Meyer berichtete, dass noch bis Ende der vierziger Jahre diese Schusterkugel in der kleinen Werkstatt verwendet wurde – allerdings schon mit einer handelsüblichen Glühlampe. Deren Schein reflektierte mehrfach durch die mit Wasser gefüllten Kugeln und bündelte so das Licht auf mindestens einen Arbeitsplatz. Die Konstruktion hatte zudem den Vorteil, dass kaum Wärmestrahlung entstand. So konnte auch mit temperaturempfindlichen Materialien nahe an der verhältnismäßig starken Beleuchtungsquelle umgegangen werden.

Im Nu gelang die Probe aufs Exempel: Der Schuh, den Anneliese Meyer in ihren Händen hielt, war im ansonsten diffusen Licht des Museumsraumes hell erleuchtet. Vor 1910, als es in Lauenau noch keine Elektrizität gab, sorgte eine Petroleumlampe in der Mitte der Kugeln für Helligkeit.

Künftig soll die Schusterkugel regelmäßig für die Museumsbesucher leuchten. So wird die Schuhmachertradition bewahrt, mit der sich über 100 Jahre die Geschichte des Hauses Marktstraße 1 verband. Das Gebäude, das derzeit mit hohem finanziellen Aufwand denkmalgerecht restauriert wird, war von 1890 bis 2009 Schuhgeschäft und lange Zeit auch Werkstatt. 1876 hatte Großvater Heinrich Meyer den Familienbetrieb gegründet, den er 1921 in zweiter Generation an Ludwig Meyer weitergab. Dieser arbeitete bis 1972 noch als 91-Jähriger in seinem Beruf. Nach dessen Tod übernahm Ludwig-Wilhelm Meyer das Unternehmen, das er 1988 aus Altersgründen aufgab. Schuhe wurden in der Marktstraße bis 2009 verkauft. nah

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