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Neues vom Sensenmann: Frau gewürgt

Lauenau/Bückeburg / 18 Monate Haft Neues vom Sensenmann: Frau gewürgt

„Ich bin ein liebevoller Partner und Vater“, versichert der Angeklagte, ein 40-Jähriger aus Lauenau. „Aber unter Alkohol und Drogen werde ich zum Schwein.“ Damit soll jetzt Schluss sein. Eine 18-monatige Haftstrafe wegen diverser Delikte, verhängt von der Berufungskammer am Bückeburger Landgericht, könnte den Start in ein neues Leben markieren.

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Quelle: dpa

Lauenau/Bückeburg (ly). Auf Antrag kann die Vollstreckung zurückgestellt werden, wenn der Delinquent sich in therapeutische Behandlung begibt. Soll heißen: Therapie statt Strafe. So sieht es ein Paragraf im Betäubungsmittelgesetz vor. Voraussetzung: Die Strafe darf zwei Jahre nicht übersteigen. Und die Taten müssen in Zusammenhang mit Drogensucht stehen. „Wenn es nicht funktioniert, haben Sie keine Chance mehr“, prophezeit Verteidiger Ralf Jordan seinem Mandanten. „Dann werden Sie zum Rein-und-raus-Täter.“ Rein ins Gefängnis, raus aus dem Gefängnis.
Momentan verbüßt der Angeklagte eine Haftstrafe in anderer Sache. „Zurzeit bin ich clean“, sagt er und bietet Richterin Eike Höcker an: „Ich kann gern eine Haarprobe abgeben.“ Zehn Jahre war der Lauenauer nach eigenen Angaben heroinsüchtig. Dann machte er einen Entzug. Von Kokain, Amphetamin und Cannabis kam der 40-Jährige dagegen offenbar nicht los. Am schlimmsten soll es in der dunklen Jahreszeit sein, wenn der Bauarbeiter nichts oder wenig zu tun hat und auf dumme Gedanken kommt.
„Der Dezember ist sein Pechmonat“, bestätigt Anwalt Jordan. Mit den Jahren haben sich 16 Vorstrafen angesammelt. In einem größeren Prozess vor drei Jahren war der Arbeiter als „Sensenmann“ bekannt geworden, weil er im Sommer 2007 seine damalige Lebensgefährtin mit einer erhobenen Sense verfolgt hatte. Abwechselnd rief er dabei „Ich schlitze Dich auf“ und „Ich hacke Dich in zwei Stücke“. Die 1. Große Strafkammer am Landgericht beließ es seinerzeit bei acht Monaten Freiheitsstrafe mit Bewährung wegen Bedrohung und Körperverletzung (wir berichteten). Der ursprüngliche Vorwurf, die Frau überdies vergewaltigt zu haben, hatte sich nämlich nicht bestätigt.
Um eine Verlobte geht es in dem Prozess, der jetzt zu Ende gegangen ist. Ebenfalls im Streit hatte der kräftige Mann die Frau zu Boden geworfen und gewürgt. Obwohl er keine Fahrerlaubnis besitzt, soll er außerdem nachweislich dreimal Auto gefahren sein, zum Teil mit geklauten Kennzeichen, dann wieder mit selbst gebastelten TÜV-Plaketten – Taten ohne Sinn und Verstand. Für alle zusammen hatte es vor sieben Monaten in einem ersten Prozess 14 Monate Haft gegeben.
Das Landgericht in Bückeburg hat jetzt eine Gesamtstrafe von 18 Monaten gebildet und dazu ein Urteil aus Hannover einbezogen. Dort war der Angeklagte bestraft worden, weil er sein Auto im Drogenrausch gegen einen Baum gesetzt und danach Unfallflucht begangen hatte. „Ich fahre nur, wenn ich Alkohol oder Drogen genommen habe“, erklärt der 40-Jährige. Wenn das so ist, sollte die Therapie wohl umso rascher beginnen.

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