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Nicht zu Ende gedacht

Politiker und Bürger diskutieren Reizthemen "Südlink" und Windkraft Nicht zu Ende gedacht

Über die Reizthemen „Südlink“ und Windkraft haben SPD-Politiker und Bürger der Samtgemeinde Rodenberg diskutiert. Deutlich wurde, wie sehr die damit verbundenen Unwägbarkeiten die Menschen beunruhigen.

Lauenau. Der Chef des SPD-Samtgemeindeverbandes, Uwe Märtens, und der Landtagsabgeordnete Karsten Becker erinnerten an den geplanten Atomausstieg, der 2020 vollzogen werde. Daran lasse sich nicht mehr rütteln. Die Notwendigkeit regenerativer Energiequellen unterstrich Becker außerdem mit dem weltweiten Ziel, den Klimawandel abzumildern. Bis 2050 wolle Deutschland ohne fossile Brennstoffe auskommen. Für die Verteilung der auf alternativem Weg erzeugten Energie sei der „Südlink“ quer durchs Bundesgebiet nötig.

Martin Höhle griff Beckers Kritik auf, die Atomkraft sei in ihrer Anfangsphase nicht zu Ende gedacht worden. Dasselbe geschehe jetzt mit der Windkraft, weil beispielsweise zu Gesundheitsschäden durch Windräder noch keine abschließenden Studien vorlägen. Becker hielt dagegen: Es gebe keine erhärtenden Hinweise zu Gefahren durch Infraschall bei der Windenergieerzeugung. Infraschall-Emissionen aus dem Verkehr seien deutlich signifikanter. Ute Hübner wandte ein, dass der Schattenwurf der Windräder nachweislich krank mache. Becker sagte, es sei Aufgabe der Kommunen, Windkraftanlagen so zu platzieren, dass die Bürger vom Schattenwurf nicht betroffen sind.

Auch am Nutzen des „Südlinks“ äußerte Höhle Zweifel: „Was, wenn im ganzen Land Windstille herrscht?“, fragte er. Außerdem könnten die Masten der Stromleitung von Terroristen gesprengt werden. Dem entgegnete Märtens: Ein Terrorangriff auf ein AKW wäre schlimmer. Hübner forderte eine Verbannung des „Südlinks“ aus dicht besiedelten Gegenden.

Nicole Wehner forderte: Energie soll dort erzeugt werden, wo sie verbraucht wird. Wehner verwies auf die „Klimakommune Saerbeck“, die mehr Energie erzeugt, als sie verbraucht (wir berichteten). Hiesige Kommunen müssten sich aber „etwas zurecht krüppeln“, weil sie verpflichtet seien, einzelne Windräder von Investoren auf ihren Gebieten zu platzieren.

Jürgen Japes und Hans-Dieter Brand drängten auf ein Energiekonzept für das ganze Land. Eine ideale Energieform gibt es in Japes’ Augen nicht. Bei jedem Kompromiss werde es Enttäuschte geben.

Die Auswahl des „Südlink“-Planers Tennet bezeichnete Becker als problematisch, weil der Konzern auch eigene wirtschaftliche Interessen habe. Daher sei die Bundesnetzagentur hinzugezogen worden, um als Herrin des Verfahrens die Fäden in der Hand zu halten. Dieses Verfahren mit all seinen kleinen Schritten und regionalen Konferenzen sei bisher aber „völlig intransparent“ verlaufen. Die resultierenden Nachbesserungen, die die Bundesnetzagentur angemahnt hat, führten dazu, dass der gesamte Vorgang ruht. Jetzt haben Kommunen die Möglichkeit, Änderungen durchzusetzen – auch mit Blick auf das vielfach befürwortete Erdkabel.

gus

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