Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 7 ° bedeckt

Navigation:
Planenschlitzer auf Beutesuche

Aus Untersuchungshaft entlassen Planenschlitzer auf Beutesuche

Nach dreieinhalb Monaten in deutscher Untersuchungshaft dürfen zwei polnische Planenschlitzer die Heimreise antreten. Das Schöffengericht Stadthagen hat in beiden Fällen Bewährungsstrafen von einem Jahr verhängt und die Männer auf freien Fuß gesetzt.

Voriger Artikel
Könige in der Südstraße
Nächster Artikel
Darauf saß die Welt

Symbolbild

Quelle: Archiv

Lauenau/Stadthagen. Einer von ihnen hat überhaupt keine Vorstrafen, der andere lediglich Eintragungen wegen kleinerer Delikte. Die Tat, ein schwerer Diebstahl, war im Stadium des Versuchs steckengeblieben.

Auf dem Autohof Lauenau hatten mehrere Täter, deren genaue Zahl nicht ganz klar ist, die Plane eines Sattelaufliegers großflächig aufgeschlitzt und damit begonnen, Fahrradträger aus dem Lkw in einen extra dafür gemieteten Transporter umzuladen. Als Beamte des Polizeikommissariats Bad Nenndorf an jenem 26. Juli gegen 2.20 Uhr auf den Parkplatz fuhren, waren 15 Pakete im Gesamtwert von rund 3000 Euro bereits verstaut.

„Ein Sprinter parkte hinter einem Lastwagen. Da sind wir natürlich sofort aufmerksam geworden“, erinnerte sich einer der Polizisten jetzt als Zeuge vor Gericht. Einen Mann (35) konnten die Beamten sofort festnehmen. Ein weiterer Täter war zu einem zweiten Transporter gesprintet, den die Planenschlitzer in etwa 200 Metern Entfernung abgestellt hatten. Im Fahrzeug stellte sich der 36-Jährige schlafend. Seine Kleidung war jedoch durchnässt – sehr verdächtig.

Insider in Speditionen

Planenschlitzer gehen professionell vor. Eine Polizistin hat recherchiert, dass in Speditionen häufig Insider sitzen, welche die Banden mit Informationen über die Ladung versorgen. Gestohlen wird dann nach Listen. Die Lastwagen bekommen GPS-Sender, damit sie von den Tätern leichter geortet werden können.

Auch die beiden Mietwagen der jetzt verurteilten Polen hatten GPS an Bord. An einem Transporter befanden sich gestohlene Mindener Kennzeichen. Außerdem wurden 76 Banknoten à 50 Euro sowie polnische Zloty entdeckt. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Beute aus vorausgegangenen Diebstählen bereits zu Geld gemacht worden war.

So oder so: „Nach sorgfältigen Vorbereitungen sind die Angeklagten arbeitsteilig vorgegangen“, stellte Richter Kai Oliver Stumpe fest. Stumpe geht von einem „zielgerichteten kriminellen Verhalten und organisierten Strukturen“ aus. Der Lastwagen sei nicht zufällig ausgewählt worden. Insgesamt waren damals fünf Männer festgenommen worden. Drei von ihnen waren jedoch mangels dringenden Tatverdachts wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Auf leicht verdientes Geld gehofft

Vor Gericht legten die zwei Angeklagten jetzt Teilgeständnisse ab, in denen sie allerdings versuchten, die eigenen Tatbeiträge kleinzureden. „Ich bin angewiesen worden“, sagte einer von ihnen. Der Lohn, den die Männer bekommen hätten, sollte sich angeblich nach der Höhe der Beute richten. „Uns wurde leicht verdientes Geld in Aussicht gestellt“, hieß es.

Namen von Mittätern oder gar den Hintermännern nannten beide nicht – offenbar aus Angst. ly

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Eine gute Tradition findet regelmäßig ihre Fortsetzung – die „Aktion Weihnachtshilfe“. In der Vorweihnachtszeit rufen die Schaumburger Nachrichten unter dem Motto „Schaumburger helfen Schaumburgern“ jedes Jahr zu Spenden für bedürftige Menschen im Landkreis auf. mehr

Schaumburg