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Prozess um häusliche Gewalt in Lauenau

Geschlagen, bedroht und vergewaltigt Prozess um häusliche Gewalt in Lauenau

Schläge, Morddrohungen, Vergewaltigung: Zum zweiten Mal beschäftigt ein Fall von häuslicher Gewalt in Lauenau das Bückeburger Landgericht.

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Lauenau/Bückeburg. Im Februar 2015 hatte die 1. Große Strafkammer gegen einen eifersüchtigen Mann, der mehrfach über seine Frau hergefallen war, zwei Jahre und sechs Monate Haft verhängt (wir berichteten). Nachdem der Bundesgerichtshof (BGH) diese Entscheidung in der Revision teilweise aufgehoben hat, wittert der heute 39-Jährige Morgenluft.

Zurzeit wird das Verfahren vor einer anderen Kammer streckenweise neu aufgerollt. Im Mittelpunkt steht dabei die Vergewaltigung. An der Schuld des Angeklagten besteht kein Zweifel mehr, die Feststellungen im ursprünglichen Urteil sind rechtskräftig. Es geht allein um die Höhe der Strafe für den sexuellen Übergriff. Bewährung ist nur bei Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren möglich.

Verteidiger Lars Hinners sucht deshalb nach gewichtigen Milderungsgründen. Dies könnte beispielsweise die Einstufung der Vergewaltigung als „Beziehungstat“ sein, bei der der Mann zudem „lediglich kurzzeitig eingedrungen“ sei. So formuliert es der BGH im entsprechenden Beschluss, mit dem sich das Gericht jetzt auseinandersetzen muss.

An jenem Vormittag im Oktober 2013, um den es im Prozess vor allem geht, hatte den Ehemann wieder einmal die Eifersucht gepackt. Beim Frühstück warf er seiner Frau vor, ihn zu betrügen, was offenbar nicht der Fall war. Tatsächlich hatte die 37-Jährige nur genug von ihm. Das zwischenzeitlich geschiedene Paar lebte damals zwar noch zusammen, die Trennung stand jedoch bevor.

Im Streit zog der Lauenauer seine Frau an den Haaren, schlug und trat sie, bevor er ankündigte: „Ich nehme mir jetzt mein eheliches Recht.“ Nach der Vergewaltigung vertraute sich das Opfer Nachbarn an. Obwohl der Mann auszog, ging der Streit weiter. Vier Tage vor Heiligabend 2013 erschien er vor der Wohnung seiner Noch-Ehefrau und wollte das gemeinsame Kind sehen.

Weil der Kraftfahrer nicht eingelassen wurde, trat er gegen die Tür und drohte der 37-Jährigen: „Ich schlage dich tot.“ Wenn er das Kind nicht haben könne, solle es auch kein anderer bekommen. Er werde dafür „in den Knast gehen“. Beim Weggehen trat der gewalttätige Mann noch eine Beule ins Auto des Opfers.

In einem anderen Fall schlug er die Frau Silvester 2013 in deren Wohnung mit der Faust. Sie hatte sich bereit erklärt, ihm die Haare zu schneiden. Im Januar 2014 schließlich begehrte der Lauenauer erfolglos Einlass und trat deshalb die gläserne Haustür ein. „Ich finde dich und bringe dich um“, drohte er.

All dies hat der Frau arg zugesetzt. Sie absolviert eine Psychotherapie und wünscht sich „ein rechtskräftiges Urteil, damit ich mit dieser Sache endlich abschließen kann“. Im ersten Prozess hatte das Gericht ihr 2500 Euro Schmerzensgeld zugesprochen.

Zwischen den früheren Eheleuten herrscht heute Funkstille. Im Ringen um das Kind soll es allerdings kürzlich „ein verbal aufreibendes Gespräch beim Jugendamt“ gegeben haben, wie die Frau es nennt. Die Mutter hat das Sorgerecht, der Vater Umgangsrecht. Der Prozess wird fortgesetzt. ly

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