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Lauenau Rätselhafter Knopf unter der Leiche
Schaumburg Rodenberg Lauenau Rätselhafter Knopf unter der Leiche
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00:16 04.08.2016
Die Verteidigung hat weitere Ortstermine wie jenen im vergangenen Frühjahr in Lauenau beantragt. Quelle: Foto: gus
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Lauenau/Bückeburg

Einer davon klingt zunächst wie aus einem Kriminalroman: Unter der Leiche von Ines K., ermordet am Mittag des 27. Mai 2015, war ein Knopf gefunden worden, der nun nach dem Willen der Anwälte näher untersucht werden soll. Die Verteidigung will durch eigene Recherchen herausgefunden haben, dass es sich dabei um einen „Knopf aus tschechischer Produktion für Zirkusuniformen“ handelt. Beschädigungen daran könnten auf gewaltsames Abreißen hindeuten.

Aus Sicht von Verteidiger Christoph Hessel könnte dies ein Hinweis sein, dass die ehemalige Geliebte von Uwe K. die Täterin ist. Zum Hintergrund: Die 43-Jährige soll früher beim Zirkus gearbeitet haben, unter anderem als Artistin. Der Angeklagte beschuldigt sie, den Mord begangen zu haben – allein oder mit einem Komplizen. Als Reaktion darauf behauptet die frühere Geliebte, aus einem Versteck im Zwischentrakt des Wohn- und Geschäftshauses gesehen zu haben, dass K. auf seine Frau eingeschlagen hat.

Oberstaatsanwalt Frank Hirt hält die Sache mit dem Knopf für eine „Beweisbehauptung aufs Geratewohl“ und damit für unzulässig. Das Gericht hat noch keine Entscheidung getroffen.
In einem anderen Beweisantrag fordert Verteidiger Dirk Baumann eine DNA-Untersuchung von Haaren, die am Türrahmen beziehungsweise an der Leiche gefunden worden sind. Er vermutet Spuren der Ex-Geliebten „und einer bisher unbekannten männlichen Person“.

Gut möglich, dass das Gericht dem Antrag nachgeht. Richter Norbert Kütemeyer hat jedenfalls bereits mit einem Sachverständigen telefoniert, der bereit wäre, kurzfristig ein Gutachten zu erstellen. Die Erfolgsaussichten, so der Experte sinngemäß, lägen allerdings lediglich bei zehn bis 15 Prozent. Das Problem: An den Wurzeln ausgefallener Haare haften häufig kaum noch Körperzellen für eine Analyse.
Beantragt hat die Verteidigung außerdem noch mehrere Ortstermine sowie weitere Gutachten. So soll ein Sachverständiger bestätigen, dass die nach dem Todestag geführten Telefongespräche zwischen Uwe K. und seiner Geliebten „natürlich“ waren – und „nicht gestellt“. Obwohl die Frau den Mord beobachtet haben will, ist davon am Telefon nie die Rede. Im Prozess behauptet sie, der Angeklagte habe sie gezwungen, sich so zu verhalten, um ein Alibi zu haben.

Ferner bezweifeln die Anwälte, dass Uwe K. überhaupt genug Zeit gehabt hätte, um seine Frau zu ermorden. Das Zeitfenster: 12.16 bis 12.30 Uhr. Angesichts dieser Flut von 18 Beweisanträgen gerät der Zeitplan erneut durcheinander. Ursprünglich sollte das Urteil im Mai verkündet werden. Gestern hat Richter Kütemeyer den 29. August ins Auge gefasst.  ly

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