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Ruf nach rundem Tisch wird lauter

Lauenau Ruf nach rundem Tisch wird lauter

In Lauenau wird der Ruf nach einem runden Tisch zur Integration von Flüchtlingen immer lauter. Nach Pastor Dieter Meimbresse fordert nun auch der Grünen-Ratsherr Karsten Dohmeyer solch eine Austauschmöglichkeit, um die Bereitschaft ehrenamtlicher Helfer zu nutzen.

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Quelle: Archivfoto

Lauenau. Meimbresse dringt nach eigenen Worten bereits seit Oktober auf eine Art runden Tisch, an dem sich all jene beteiligen, die den Asylbewerbern helfen möchten, sich in ihrer neuen Umgebung zu akklimatisieren und Kontakte zu finden. Allerdings sei die Haltung der Verwaltung zum Unverständnis des Geistlichen zunächst ablehnend gewesen. Begründung: Allzu viele Asylbewerber sind noch nicht im Flecken angekommen. Doch dies ändert sich jetzt.

Ähnliche Erfahrung hat Dohmeyer gemacht. Seine Anfragen seien zwar nicht rundweg ablehnend, allerdings doch eher zurückhaltend beantwortet worden. Die Begründungen hält der Grüne für wenig nachvollziehbar, denn dass die Verwaltung alle Integrationsarbeit auch noch selbst machen will, kann der Lauenauer nicht glauben.

„Das kann das Rathaus doch gar nicht alles leisten“, meint Dohmeyer. Es sei schon belastend genug, wenn zusätzliche Arbeit wie die Wohnungssuche und andere nicht ehrenamtlich zu regelnde Dinge von der Verwaltung erledigt werden müssen. Für Dohmeyer ist es daher unumgänglich, dass ein Forum für Freiwillige geschaffen wird.

Vereine, Kirche und Politik sollten an einem solchen Forum mitwirken, finden sowohl Dohmeyer als auch Meimbresse. Einerseits gehe es darum, Asylbewerbern Angebote zu machen, was sie in ihrer Freizeit tun können. „Wenn sie Langeweile haben, bauen sie Mist, das würde jedem so gehen“, betont Dohmeyer.

Außerdem sei Alltagshilfe unerlässlich. Wie ein Bus zu benutzen ist, wie man mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Rathaus kommt, wo sich Spielplätze befinden und welche Regeln dort gelten – solche Dinge könnten den Flüchtlingen auch von Ehrenamtlichen erklärt werden. Darüber hinaus könnten Kirche und Vereine ihre Angebote erläutern.

„Das Potenzial, das vorhanden ist, muss genutzt und kanalisiert werden“, meint Meimbresse. In Hülsede habe dies gut funktioniert. Der Pastor sieht die Verwaltung allerdings in gewisser Weise schon in der Pflicht: Die Organisation der Treffen einer Runder-Tisch-Gruppe müsste vom Rathaus ausgehen: Einladung, Raumfindung, Moderation.

Immerhin hat Meimbresse zuletzt ermunternde Signale erhalten. Beim Neujahrsempfang habe er zu diesem Thema mehr Offenheit seitens der Gemeindevertreter gespürt. Ihm und Dohmeyer ist eines klar: Um den Flüchtlingszustrom zu bewältigen, ist eine rasche Integration der Neubürger von entscheidender Bedeutung.

Die Samtgemeinde hat derweil eine traurige Erfahrung machen müssen: Einer der beiden im Herbst engagierten Flüchtlingshelfer ist vor wenigen Tagen überraschend verstorben. Derzeit muss sich seitens der Samtgemeinde Petra Lieberwirth allein den Aufgaben der Flüchtlingsbetreuung widmen. gus

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