Beim Stichwort Winnenden stöhnte mancher Schützenbruder im Lauenauer „Sägewerk“ halblaut auf. Fast jedes Grußwort zum Auftakt der Traditionsveranstaltung beschäftigte sich mit den Folgen des Amoklaufs vor einem Jahr. Der Vizepräsident des Niedersächsischen Sportschützenverbands (NSSV), Jürgen Sienk, berichtete zwar von „schlechten Ergebnissen“ bei unvermuteten Kontrollen in bayerischen Schützenhäusern. Mundt indes zeigte sich überzeugt, dass in hiesigen Vereinen die geforderten Aufbewahrungskonzepte für Waffen eingehalten werden: Sie halten ihre Waffen in vorschriftsmäßigen Schränken unter Verschluss.
Der Schaumburger SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy brach sogar eine Lanze für die organisierten Schießsportler: Er sehe gerade die Schützen wie auch andere Vereine in einer wichtigen Rolle, junge Menschen einzubinden statt sie zu isolieren: „Weil Schützenvereine Bündnispartner für Jugendarbeit sind, müssen wir die richtigen Rahmenbedingungen schaffen.“
Dass der Schießsport im Kreisverband dank junger und erwachsener Talente und einer großen Anzahl von Betreuern Erfolge erzielt, ist für Mundt gerade vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Diskussion wichtig: „Sie sind es, die uns über die Kreisgrenzen hinaus positiv in die Schlagzeilen bringen.“ Allerdings weisen die Mitggliedszahlen der angeschlossenen 34 Vereine zwischen dem Schützenverein im Auetaler Ortsteil Hattendorf im Westen und dem SSV „Horrido“ Jeinsen ganz im Osten ständig sinkende Zahlen auf. Momentan gibt es noch 3405 Mitglieder – 445 weniger als noch vor sieben Jahren. Deshalb verlangt der Kreisvorsitzende eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit: Mit „Tagen der offenen Tür“ und öffentlichen Schießsportveranstaltungen könnten Vereine zusätzlich zu einer positiven Außendarstellung vielleicht auch den Abwärtstrend stoppen.
Für ihre Verdienste um den Kreisverband wurden nach ihrem Ausscheiden Kurt Lohmar (Völksen), Albert Rintelmann (Pattensen) und Frank Michalski (Lauenau) geehrt. Den Bruno-Faltinat-Gedächtnispokal errang die Mannschaft des SV Eimbeckhausen vor der Schützengilde Lauenau und dem SSV Bennigsen. Die beiden Wisent-Wandertrophäen gingen an Mannschaften des KKSV Schulenburg: Die kleine Auszeichnung wurde Werner Dorn überreicht; beim kiloschweren großen Präsent assistierte der Kreisvorsitzende persönlich der Mannschaftssprecherin Rita Kühne.
Von kräftigem Beifall begleitet wurden zwei seltene Ehrungen. Der Vorsitzende des Springer Jägercorps, Jürgen Hüper, erhielt die jährlich nur einmal zu vergebende Verdienstnadel in Gold des Niedersächsischen Sportschützenverbands. Das noch bedeutendere Ehrenkreuz in Bronze des Deutschen Schützenbundes ging an Wilfried Koch aus Bakede für dessen langjährige Tätigkeit im Kreisvorstand als Experte für Vorderlader und Kurzwaffen. nah
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