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St. Lukas vom Holzwurm zerfressen

Spezialfirma setzt Gas ein St. Lukas vom Holzwurm zerfressen

Mit radikalen Mitteln müssen demnächst Einrichtungen der Lauenauer St. Lukas-Kirche behandelt werden. Unliebsame Gäste haben sich dort breitgemacht, die größeren Schaden anrichten könnten. Voraussichtlich im Oktober muss das Gotteshaus für mehrere Tage großräumig abgesperrt werden.

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Mit dem Kruzifix fing alles an: Pastor Dieter Meimbresse ließ schon vor Jahren den Holzwurmbefall behandeln.

Quelle: nah

Lauenau. Holzwürmer sind es, die ganz offensichtlich in großer Zahl die historischen Bänke, den Fußboden, Teile der Kanzel und der Sakristei heimsuchen. Jetzt wurden die nur Millimeter großen Löcher und feines „Sägemehl“ sogar auch an der Orgel entdeckt. Während sich Christen normalerweise für die Bewahrung von Gottes gesamter Schöpfung einsetzen, sieht Pastor Dieter Meimbresse für diese Lebewesen absolut keinen Platz. „Wir müssen dringend gegen diesen Befall vorgehen“, sagte er in Absprache mit den Denkmalpflegern der hannoverschen Landeskirche.

 Lange war die Bedrohung nicht aufgefallen. Zwar zeigte ein Kruzifix seit Jahren verräterische kleine Löcher und wurde auch behandelt. Doch die Fresslust der Schädlinge in den überwiegend dunklen Bereichen unter den Bänken blieb bis vor wenigen Monaten unentdeckt. Dann machte sich ein Experte auf die Suche und stellte den erschreckenden Befall fest.

 Mit einfacheren Mitteln sei da nichts mehr zu machen, berichtete Meimbresse auf Anfrage. Die Denkmalpflege entschied sich für eine radikale Maßnahme. So wird demnächst eine Spezialfirma aus Osnabrück mit einer speziellen Begasung dem Nagekäfer den Garaus machen.

 In der Kirche selbst werden die betroffenen Teile mit spezieller Folie abgedeckt. Die möglichst hermetische „Einhausung“ soll das Gas auf die befallenen Teile beschränken. Weil aber der unsichtbare Stoff für Menschen als extrem gefährlich gilt, müsse die Kirche weiträumig abgesperrt und ein möglicher Gasaustritt Tag und Nacht überwacht werden. Denn der unsichtbare Stoff könne auch durch Fenster- oder Mauerritzen entweichen. Selbst Gemeinde- und Pfarrhaus würden vorübergehend evakuiert. Meimbresse erwartet für drei bis sieben Tage Ausnahmezustand rund ums Gotteshaus.

 Der Kampf gegen den Holzwurm kostet voraussichtlich 50.000 Euro. 15.000 Euro davon muss die Gemeinde selbst aufbringen, sodass der Pastor dringend um großzügige Spenden in Form des „Freiwilligen Kirchgelds“ bittet. Zudem verfolgt er eine weitere Idee, die beiden Seiten zugutekommen würde: Wer ebenfalls stark vom Holzwurm befallene Gegenstände besitzt, könnte diese für die Dauer der Begasung in der Kirche einlagern– gegen einen Obolus für die Kirchengemeinde. nah

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