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Staatsanwalt fordert lebenslange Haft

Mord in Lauenau Staatsanwalt fordert lebenslange Haft

Im Prozess gegen Uwe K. (46) aus Lauenau hat Oberstaatsanwalt Frank Hirt lebenslange Haft wegen Mordes aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen gefordert. Hirt geht davon aus, dass der Handwerksmeister ohne seine Frau Ines ein neues Leben beginnen wollte.

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Quelle: Symbolfoto (dpa)

Lauenau/Bückeburg. Im Prozess gegen Uwe K. (46) aus Lauenau hat Oberstaatsanwalt Frank Hirt lebenslange Haft wegen Mordes aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen gefordert. Hirt geht davon aus, dass der Handwerksmeister ohne seine Frau Ines ein neues Leben beginnen wollte. Das Urteil des Bückeburger Schwurgerichts wird am Mittwoch, 25. Januar, um 9 Uhr verkündet.

Verteidigung: "Indizien reichen nicht aus"

Erwartungsgemäß plädierte die Verteidigung auf Freispruch. Dirk Baumann, einer der beiden Rechtsanwälte, kommt zu dem Schluss: „Die Indizien reichen nicht aus. Baumanns Kollege Christoph Hessel sieht „die plausibelste Variante“ darin, dass die damalige Geliebte seines Mandanten die Tat begangen hat, während Uwe K. zur Tatzeit gar nicht im Haus gewesen sei. Hessels Szenario: „Sie ging rein, hörte Ines K. und versuchte wegzukommen.“ Baumann könnte sich ebenfalls „eine Situation“ vorstellen, „in der sie sich von der Ehefrau entdeckt fühlte“. Die Geliebte hatte selbst erklärt, im Gebäude gewesen zu sein.

Ines K. war am Mittag des 27. Mai 2015 zuerst mit einer Holzlatte niedergeschlagen und dann mit Müllsäcken erstickt worden. Belastet wird der Angeklagte von seiner Ex-Geliebten. Diese will die Tat in einem Zwischentrakt des Lauenauer Wohn- und Geschäftshauses beobachtet haben.

Aus Sicht Hirts scheidet die Geliebte als Täterin aus, weil es keinen Beleg dafür gebe, dass sie zur Tatzeit am Tatort gewesen sei. Daher lasse sich gegen die Frau kein Tatverdacht herleiten. Hirt geht vielmehr von einer Beziehungstat aus, die Uwe K. geplant und begangen habe. „Nur er kommt als Täter in Betracht.“ Von einem Raubmord gehe nicht einmal die Verteidigung aus. Hirt glaubt, dass die Ex-Geliebte den Angeklagten aus Rache belastet, nachdem dieser sie zum Prozessauftakt im März 2016 beschuldigt hatte, den Mord verübt zu haben.

Oberstaatsanwalt: "K. hat kein Alibi"

Im Plädoyer zählte der Oberstaatsanwalt Indizien auf, die nach seiner Überzeugung für die Schuld des Angeklagten sprechen. So habe der 46-Jährige kein Alibi. Hautabschürfungen an seinen beiden Armen könne er nicht erklären. Am frühen Morgen des Tattages soll K. im Internet nach der Rufnummer für einen Rettungswagen gesucht haben. „Er wollte sich als verzweifelter Ehemann präsentieren, der versucht hat, seine Frau zu retten“, vermutet Hirt. Die Auswertung des Notrufes soll ergeben haben, dass K. nicht versucht hat, das Opfer anzusprechen. „Er ging davon aus, dass seine Frau nicht mehr lebt“, so der Staatsanwalt.

Der Todeszeitpunkt soll 12.20 Uhr gewesen sein. Gegen 12.30 Uhr wurde Uwe K. auf der Straße gesehen. Demnach hätte er für die Begehung der Tat und zum Umziehen etwa zehn Minuten gehabt. „Das ist nicht möglich“, meint Anwalt Baumann.

Nicht plausibel findet Verteidiger Hessel, dass Uwe K. „ohne Waffe zu einem geplanten Mord gehen soll - und eine Latte nimmt, die da zufällig rumliegt“. Außerdem sei der Tatort „ein Schuppen direkt neben der Straße, wo Leute langgingen“. Ein Motiv sieht Hessel ebenfalls nicht. K. habe keine finanziellen Probleme gehabt, außereheliche Kontakte und eine Ehefrau, die ihm den Rücken freigehalten habe.

Baumann hat nachgezählt: Vor Gericht habe die Ex-Geliebte zwölfmal unter Eid gelogen. Zuvor habe sie den Angeklagten in neun Vernehmungen nicht belastet. ly

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