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Sturz am Ventoux – niemand zuständig

Lauenau / Wilfried Bock beklagt fehlende Unterstützung Sturz am Ventoux – niemand zuständig

In einem offenen Brief an den Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy (SPD) hat der Lauenauer Wilfried Bock fehlende Unterstützung in der Aufbereitung des schlimmen Radsport-Unfalls seines Sohnes Maximilian Bock beklagt. Maximilian Bock war 2008 bei einem Trainingslager in Südfrankreich so schwer gestürzt, dass er sein Leben nur mit schwerem Handicap meistern kann.

Lauenau (gus). Am 15. März stürzte der mehrfache Landesmeister Maximilian Bock mit 70 Stundenkilometern in einer Abfahrt des Mont Ventoux. Er überschlug sich und wurde lebensgefährlich verletzt. Der damals 15-Jährige musste wochenlang in einem französischen Krankenhaus behandelt werden, den Rücktransport organisierte die Familie, weil sich niemand dafür verantwortlich fühlte – weder bei den drei Vereinen, die das Trainingslager organisiert hatten, noch beim Radsportverband Niedersachsen, der es genehmigt hatte.
Wilfried Bock erhob schwere Vorwürfe gegen den Trainer, dem er am Tag vor dem Unfall gesagt habe, Maximilian solle am 15. März wegen eines grippalen Infekts nicht trainieren. Um Platz für seinen Sohn im Begleitauto zu machen, fuhr Wilfried Bock nicht mit. Dennoch ließ der Trainer eines Hildesheimer Vereins den 15-Jährigen aufs Rad steigen. In einem Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung wurde der Trainer freigesprochen.
Der Vater erklärt, dass die Familie nachweisen müsste, der Sturz sei definitiv wegen des Infekts passiert. „Das ist aber unmöglich“, so Wilfried Bock. Und der Einwand gegen das Training am 15. März müsste schriftlich vorliegen. Die Bocks fühlen sich von allen Seiten im Stich gelassen. Weder vom Verein Victoria Lauenau noch von Bund Deutscher Radfahrer (BDR) beziehungsweise dessen Landesverband habe es jemals irgendwelche Hilfe gegeben. Niemand wolle die Verantwortung tragen. Über den kommunalen Schadensausgleich sei eine einmalige Summe von 38 000 Euro geflossen.
Edathy hat nach Angaben Wilfried Bocks bei einer Veranstaltung im Jahr 2011 zugesagt, sich in der Angelegenheit für die Lauenauer Familie starkzumachen. Bei der Veranstaltung war auch BDR-Präsident Rudolf Scharping anwesend, der seinerseits Hilfe zusagte. Passiert ist nach Worten Wilfried Bocks jedoch nichts. Seine Enttäuschung hat er nun in dem offenen Brief (zu lesen auf sn-online.de) zum Ausdruck gebracht.
Edathy weist den Vorwurf, nichts getan zu haben, zurück. Er wolle noch einmal versuchen, die richtigen Ansprechpartner für die Familie zu finden und warte derzeit auf eine Antwort des Justizministeriums.
Ungeachtet dessen will Wilfried Bock erreichen, dass Klarheit geschaffen wird, wer für derartige Vorkommnisse haftet. Jungen Sportlern und auch deren Eltern müsse klar sein, wogegen sie bei Sportveranstaltungen versichert sind. Dies dürfe keine Grauzone bleiben. Also will der Vater weiterkämpfen.

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