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Überraschungen in der „Rauchkate“

Fachwerk wird saniert Überraschungen in der „Rauchkate“

Täglich werfen Passanten neugierige Blicke in das derzeit größte kommunale Bauprojekt in Lauenau. Manchmal rollt ein kleiner Bagger in die ehemalige Dielenöffnung. Oft aber sind es nur Arbeiter mit der Schubkarre: Im Haus Marktstraße 1 überwiegt aus Platzgründen die Handarbeit.

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Lauenaus größte kommunale Baustelle: das Geschäftshaus Marktstraße 1. nah

Lauenau. Mario Kiltsch, Bauunternehmer und Experte für Sanierungen historischer Gebäude, sieht die Baustelle durchaus positiv: „Für sein Alter ist das Haus noch sehr gut erhalten.“ Lauenaus Gemeindedirektor Sven Janisch hat da einen anderen Blickwinkel: „Wir müssen schon noch mit Überraschungen rechnen“, fürchtet er und denkt dabei an den fälligen finanziellen Aufwand, dem sich der Flecken unterworfen hat. „Das hat was von Glaskugel“, erwidert er nur knapp auf die Frage, ob eine halbe Million Euro am Ende wohl reichen würden. So viel hatte die Sanierung des Drei-Giebel-Hauses am „Rundteil“ erfordert: „Und das“, betont Janisch, „war noch in einem besseren Zustand“.

Wo es im Gebälk besonders krankt, ist derzeit nicht zu übersehen: Das Ständerwerk hängt - sorgfältig abgestützt - weitgehend in der Luft, weil die unteren Balkenenden verfault sind. Und wer zur Dielendecke guckt, macht großflächige weiße Stellen aus: „Besonders neuralgische Punkte sind die Kopfbänder“, verweist Janisch auf die vergammelten Verstrebungen aus Eichenholz zwischen Deckenbalken und Ständern.

Deshalb will Janisch keine Prognose abgeben, wann die inzwischen wegen seines künftigen Nutzers so bezeichnete „Rauch-Kate“ bezogen werden kann. Auf jeden Fall soll bis zum Wintereinbruch das Haus „dicht“ sein, damit sich die Innenarbeiten fortsetzen lassen.

Aber der Gemeindedirektor ist sich sicher, dass Lauenau dann ein neues Vorzeigeprojekt besitzt: „Die exponierte Lage und der ortsbildprägende Charakter sind es wert.“ Allerdings räumt er auch ein, dass „ein Privater diesen Aufwand wohl nie betreiben“ würde.

Kiltsch‘ Mitarbeiter haben sich inzwischen zur Frühstückspause zurück gezogen. Sie sitzen im Gewölbekeller im rückwärtigen Teil des Gebäudes und loben stolz ihren kleinen Essplatz. Dass hier einmal auch Gäste des geplanten Tagesrestaurants speisen könnten, muss Janisch aus heutiger Sicht bedauern: Es bedürfe wohl weiterer Sanierungen.

Weitaus wichtiger sei die Wiederherstellung der dann offenen Balkenansicht im vorderen Bereich. „Und das dauert“, nickt Architektin und Bauleiterin Tatjana Heilmann zum Zeitbedarf. Zugleich bestätigt sie den bauhistorischen Wert: „Häuser wie diese gibt es nicht mehr viele in der Region.“

In seinem Ursprung ist das aus 1682 stammende und wegen seiner Wandkonstruktionen so bezeichnete Drei-Ständer-Haus landwirtschaftlich genutzt worden. Erst nach 1890 diente es der örtlichen Molkerei; ab 1893 war es Schuhmacherwerkstatt mit 1921 ergänztem Ladengeschäft. nah

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