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Unverständnis auf beiden Seiten

Kleiderkammer geschlossen Unverständnis auf beiden Seiten

Paukenschlag in Lauenau: Völlig überraschend hat die dortige Kleiderkammer ihren Betrieb eingestellt. Während Organisatoren und Ehrenämtler der Verwaltung vorwerfen, ihr Projekt nicht genügen unterstützt zu haben, sieht die Samtgemeinde die eigentliche Aufgabe der Kleiderkammer als erfüllt an.

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Ein Schild am Eingang der Kleiderkammer macht es deutlich: Derzeit herrscht dort kein Betrieb.

Quelle: gus

Lauenau. Denn nach Angaben von Samtgemeindebürgermeister Georg Hudalla wurde das Angebot eingerichtet, als noch mit starken Flüchtlingsströmen gerechnet wurde und damit „man im Falle eines Falles helfen kann“. Da sich die Zahl der Zuweisungen mittlerweile aber stark reduziert habe und die Unterbringung von Flüchtlingen sehr strukturiert ablaufe, sei „die dringende Notwendigkeit“ nicht mehr gegeben.

Allerdings habe nicht die Samtgemeinde, sondern Erika Heine, Teamleiterin der Kleiderkammer, selbst den Entschluss gefasst, das Angebot nicht weiter zu betreiben. Diesen Schritt habe man in der Verwaltung „irritiert“ aufgenommen. Im Vorfeld seien noch Notfallpläne für die Weihnachtszeit besprochen worden, dann sei plötzlich die Nachricht eingetroffen, dass die Kleiderkammer ihre Pforten schließt.

Heine zufolge sind die Gründe der Schließung „sehr verworren“. Unterm Strich habe sie aber Nachricht von der Verwaltung bekommen, dass die Samtgemeinde keinen Bedarf mehr sehe und somit die Unterstützung des Projekts einstellen will. Entsprechend habe sie die Reißleine gezogen. In jedem Fall steht für sie aber fest, „dass der Bedarf noch da ist“.

80 Flüchtlinge jeden Monat

Jeden Monat haben 80 Flüchtlinge vor der Tür gestanden und die verschiedensten Utensilien sowie Kleidung benötigt. Mithilfe einer personalisierten Karte von der Awo wurde sichergestellt, dass die Bedürftigen das Angebot nicht ausnutzten. „Der Erstbedarf wird doch in den Aufnahmelagern schon gedeckt“, so Heine zur Argumentation Hudallas, dass die Kleiderkammer nur für Notfälle vorgesehen war. „Herr Hudalla war nicht einmal da, er weiß doch gar nicht, wovon er redet“, sagt Heine entrüstet.

Martina Böhm bläst in dasselbe Horn. Die Vorsitzende des Rodenberger Awo-Ortsvereins, der die Kleiderkammer unterstützt hatte, stellt fest, dass immer noch rege Nachfrage vorhanden sei. Und das nicht nur für die derzeit 88 Flüchtlinge der Samtgemeinde. „Auch sozialbedürftige Deutsche haben das Angebot genutzt“, so Böhm.

Doch nicht nur die Organisatoren der Kleiderkammer fühlen sich missverstanden. „Vielleicht wurde dort zu expansiv vorgegangen und man ist nun enttäuscht über fehlende Unterstützung der Verwaltung“, so Hudalla. Allerdings ende der Handlungs- beziehungsweise Hilfsspielraum der Samtgemeinde ohne politische Beschlüsse an einem gewissen Punkt. Bisher hatte die Kommune immerhin die Räume für die Kleiderkammer in Lauenau zur Verfügung gestellt.

Nicht von einer Doppelstruktur überzeugt

Wie geht es jetzt weiter? Dem Angebot einer „richtigen“ Kleiderkammer steht der Verwaltungschef grundsätzlich offen gegenüber. Über jenes müsse aber in den politischen Gremien diskutiert und entschieden werden. In den Räumen der Bürgerhilfe der Samtgemeinde in Lauenau sei weiterhin ein Notfundus vorhanden. Von der Idee, eine „Doppelstruktur aufzubauen, bin ich aber noch nicht überzeugt“.

Das Team um Heine will das Heft des Handelns in die Hand nehmen und eigenhändig nach Sponsoren suchen, um anderswo in Eigenregie weiterzumachen. Auch die Mitglieder des DRK-Ortsvereins, der es nach Angaben von Böhm finanziell nicht stemmen kann, eine eigene Kleiderkammer zu unterhalten, werden weiter unterstützend zur Seite stehen und sei für Kooperationen offen . js

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