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Uwe K. beschuldigt seine Ex-Geliebte

Prozessauftakt Uwe K. beschuldigt seine Ex-Geliebte

Zum Auftakt des Mordprozesses gegen Uwe K. aus Lauenau hat der Angeklagte am Montag alle Vorwürfe bestritten. Indirekt beschuldigte er seine frühere Geliebte, die Bluttat allein oder mit Komplizen begangen zu haben.

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Großes Medieninteresse herrscht beim Prozessauftakt vor dem Landgericht Bückeburg.

Quelle: rg

Lauenau/Bückeburg. Lauenau/Bückeburg. „Gegebenenfalls aus Eifersucht, Verletztheit oder Wut“, wie es in einer von Verteidiger Christoph Hessel verlesenen Erklärung heißt. Dies sei eine Vermutung. Sich selbst gibt der 45-Jährige, der gleichzeitig Beziehungen zu mindestens zwei Frauen hatte, lediglich eine moralische Schuld. „Ich bin ein ausgeglichener, ruhiger Mensch und neige überhaupt nicht zu Aggressionen“, versichert er.

Oberstaatsanwalt Frank Hirt legt dem Angeklagten zur Last, am Mittag des 27. Mai 2015 seine Ehefrau Ines K. ermordet zu haben, um mit der Geliebten ein neues Leben anfangen zu können. Hirt geht davon aus, dass der Handwerker der 42-Jährigen zunächst mit zwei hölzernen Zaunlatten den Schädel eingeschlagen hat. Anschließend soll er ihr drei Müllsacke über den Kopf gestülpt und diese mit einem Band am Hals zugezogen haben, wodurch das Opfer erstickt sei. Durch die Schläge habe die Frau zuvor bereits mehrere Schädelbasisbrüche erlitten. Tatort war der Trakt zwischen Büro und Wohnhaus. Das Ehepaar hatte sich in Lauenau gemeinsam eine Firma aufgebaut.

Rechtsanwalt Dirk Baumann, ebenfalls Verteidiger in diesem Indizienprozess, sieht die Wahrscheinlichkeit, dass sein Mandant einen Mord aus Heimtücke begangen hat, bei „weit weniger als 50 Prozent“. Weil aus seiner Sicht zumindest kein dringender Tatverdacht mehr besteht, hat Baumann Haftbeschwerde eingelegt, über die das Bückeburger Schwurgericht noch nicht entschieden hat. Uwe K. sitzt seit Ende September in Untersuchungshaft.

Der Vater des Mordopfers tritt vor Gericht als Nebenkläger auf. Auf die Erklärung der Verteidigung reagierte er mehrfach mit heftigem Kopfschütteln. „Sein Wunsch ist, dass die Wahrheit ans Licht kommt“, erklärte Andreas Hüttl, der Anwalt des Vaters, am Rande der Verhandlung.

Nach Darstellung der Verteidigung war die Geliebte bis 12.50 Uhr vor Ort, weil der Firmenwagen, mit dem sie wegfahren sollte, noch vor dem Gebäude gestanden habe. Offenbar arbeitete die Frau im Unternehmen mit. Die Tatzeit lag laut Anklage zwischen 12.08 und 12.43 Uhr. Nach Berechnungen der Verteidigung hätte der Angeklagte für den Mord zwei Zeitfenster von jeweils zehn bis 15 Minuten zur Verfügung gehabt – zu wenig, wie Baumann und Hessel meinen. Oberstaatsanwalt Hirt hält dies für „Gedankenspiele der Verteidigung“.

Gegen 13 Uhr jedenfalls will der angeklagte Familienvater mit der gemeinsamen Tochter (8) in einem Eiscafé gewesen sein, bevor er nach der Rückkehr die blutverschmierte Leiche seiner Ehefrau entdeckt und um 13.23 Uhr den Notruf gewählt habe. „Sie war die Liebe meines Lebens, auch wenn sich diese Liebe im Lauf der Jahre änderte“, erklärt der Angeklagte. Seiner Geliebten soll K. „immer wieder gesagt haben, dass sie nur die Zweitfrau ist“, so Verteidiger Baumann. Dies könnte zu Eifersucht geführt haben.

Mit der Treue nahm es der Mann aus Lauenau nach eigenen Angaben nicht so genau. Er hat demnach nicht nur seine Frau wiederholt betrogen, sondern auch die Geliebte. Immer wieder sei er zudem in Bordelle gegangen. Nach dem 27. Mai hatte der 45-Jährige die Affäre zunächst nicht beendet.

Im Fall eines Schuldspruchs droht dem Angeklagten lebenslange Haft. Richter Norbert Kütemeyer, der Vorsitzende des Schwurgerichts, hat 16 Sitzungstage anberaumt, 52 Zeugen und vier Gutachter geladen. Der Prozess wird am Freitag um 9 Uhr fortgesetzt.  ly

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