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Vergewaltigt, weil sie genug von ihm hatte

Gericht: Haftstrafe und Schmerzensgeld Vergewaltigt, weil sie genug von ihm hatte

Rasende Eifersucht wird einem 37-Jährigen zum Verhängnis, der sich offenbar nicht unter Kontrolle hat. Weil er in Lauenau seine damalige Ehefrau vergewaltigt, geschlagen, getreten und mehrfach mit dem Tode bedroht hat, muss der Angeklagte für zweieinhalb Jahre in Haft.

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Quelle: dpa

Lauenau/Bückeburg. So hat die 1. Große Strafkammer am Bückeburger Landgericht entschieden. Der Frau sprachen die Richter 2500 Euro Schmerzensgeld zu. Verteidiger Lars Hinners hat bereits angekündigt, Revision gegen das Urteil einlegen zu wollen.

 Das Paar ist zwischenzeitlich rechtskräftig geschieden. Im Oktober 2013 lebten die Eheleute noch in einer gemeinsamen Wohnung. Eines Tages warf der Mann seiner Frau beim Familienfrühstück vor, ihn zu betrügen. „Dies war jedoch nicht der Fall“, so der Vorsitzende Richter Norbert Kütemeyer in seiner mündlichen Urteilsbegründung. „Sie hatte nur genug von ihm.“ An jenem Vormittag wurde das Opfer zunächst gegen die Wand gedrückt, geschüttelt und mit dem Knie in den Bauch getreten. „Ich werde mir nun mein eheliches Recht nehmen“, kündigte der gewalttätige Ehemann an, bevor er seine Frau vergewaltigte.

 Vier Tage vor Heiligabend 2013 tauchte der 37-Jährige auf, wollte sein Kind sehen und drohte, die Mutter totzuschlagen, falls diese ihm seine Tochter wegnehme. „Wenn ich das Kind nicht bekomme, soll es auch kein anderer haben“, stieß er eine weitere Drohung aus und trat zum Abschied eine Beule ins Auto. Am Silvestertag sollte es die Frau bereuen, den Mann in ihre neue Wohnung gelassen zu haben, denn dort bekam sie Faustschläge. Mitte Januar 2014 ließ sie ihn nicht hinein, worauf der Schaumburger in seiner Wut eine Glastür eintrat, bevor er sich mit den Worten verabschiedete: „Egal, wo du bist – ich finde dich und bringe dich um.“

 Zu den Vorwürfen äußerte sich der Angeklagte im Prozess nicht, er machte von seinem Schweigerecht Gebrauch. Das Gericht glaubte der Frau. Deren Aussage, so Richter Kütemeyer, sei plausibel, nachvollziehbar und decke sich mit früheren Vernehmungen. Für den Angeklagten sprach dessen „emotional aufgewühlter Zustand“ (Kütemeyer) zum Zeitpunkt der vier Taten sowie das Fehlen zumindest einschlägiger Vorstrafen. Gegen ihn sprach die „massive und brutale Vorgehensweise“. Wegen anderer Delikte ist der 37-Jährige wiederholt vorbestraft, saß sogar in Haft.

 Staatsanwältin Karin Dubben hatte drei Jahre Haft gefordert, Verteidiger Lars Hinners eine sechsmonatige Bewährungsstrafe beantragt. Für nicht erwiesen hält Hinners eine Vergewaltigung. Das Opfer war unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen worden. Details wurden nicht bekannt. Hinners hatte ein Gutachten zur Glaubwürdigkeit der Frau beantragt. Dies lehnte die Kammer ab. ly

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