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Vergewaltigung als Strafe

Zwei Jahre und vier Monate Haft für gewalttätigen Mann Vergewaltigung als Strafe

Ein Sympathieträger ist der Angeklagte nicht. „Was er getan hat, geht überhaupt nicht“, sagt auch Lars Hinners, der Verteidiger des 39-Jährigen.

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Quelle: dpa

LAUENAU/BÜCKEBURG. „Das habe ich ihm deutlich zu verstehen gegeben“, so Hinners. Am Ende eines mehrtägigen Prozesses vor dem Landgericht in Bückeburg bekam er jetzt die Quittung: 28 Monate Haft. Für die Frau sieht das Urteil 2500 Euro Schmerzensgeld vor.

Wiederholt hat der Lauenauer seine frühere Ehefrau, von der er zwischenzeitlich geschieden ist, geschlagen und bedroht, in einem von vier Fällen auch vergewaltigt. „Die Tat hat Bestrafungscharakter“, stimmte Richterin Eike Höcker, die Vorsitzende der 2. Großen Strafkammer, den Ausführungen von Staatsanwältin Karin Dubben zu. Und: „Es war kein sexueller Akt, der sich steigerte. Die Erniedrigung des Opfers war gewollt.“ Von einem minder schweren Fall geht die Kammer nicht aus. Zugunsten des Angeklagten wertete das Gericht unter anderem, dass dieser emotional aufgewühlt gewesen sei, weil er vor den Scherben seiner Ehe gestanden habe. „Gewichtige Milderungsgründe“ sah die Kammer indes nicht.

Täter war wegen Krankheit psychisch labil

Im Plädoyer hatte Hinners Milderungsgründe aufgezählt, die seinen Mandanten („Ich sehe ein, dass Gewalt keine Lösung ist“) vor dem Gefängnis bewahren sollten. So sei der Angeklagte lediglich kurz in das Opfer eingedrungen, er zeige „zumindest partiell Reue“ und sei durch eine Krankheit psychisch labil gewesen. Zudem liege die Vergewaltigung lange zurück. Vollauf überzeugt haben diese und weitere Argumente die Richter nicht.

Viel geändert hat sich damit nicht, denn in einem vorausgegangenen Prozess (wir berichteten) war der Mann aus Lauenau zu einer 30-monatigen Freiheitsstrafe verurteilt worden, zwei Monate mehr als jetzt. Die Verteidigung hatte dagegen Revision eingelegt. Der Bundesgerichtshof hob die erstinstanzliche Entscheidung dann teilweise auf und verwies den Fall zurück nach Bückeburg – zur Verhandlung vor einer anderen Kammer. Das Ergebnis steht jetzt fest. Ob der Angeklagte ins Gefängnis muss, bleibt zunächst offen, denn er leidet an einer schweren Krankheit. Außerdem hat die Verteidigung auch das jüngste Urteil angefochten, wie Anwalt Hinners gestern auf Anfrage bestätigte.

Eifersucht als Motiv fürdie schlimmste Tat

Erwiesen ist, dass der Lauenauer seine damalige Ehefrau nach einem gemeinsamen Frühstück, bei dem auch ein sechs Monate altes Kind des Paares mit am Tisch saß, im Streit vergewaltigt hat. Vorher gab es Schläge. Als das Baby schrie, ließ der Täter von seinem Opfer ab. Das Motiv war offenbar Eifersucht. Der Ehemann hatte seine Frau verdächtigt, ihn zu betrügen, was aber nicht stimmte.

Der 39-Jährige zog danach aus, wenige Tage vor Heiligabend 2013 stand er trotzdem wieder vor der Tür. Als er nicht eingelassen wurde, trat der Kraftfahrer eine Beule ins Auto und drohte unter anderem: „Ich schlage Dich tot.“ Silvester 2013 machte die Frau den Fehler, ihren getrennt lebenden Mann ins Haus zu lassen, nachdem dieser um einen Haarschnitt gebeten hatte. Zum Dank gab es Schläge. Im Januar 2014 wurde der 39-Jährige nicht ins Gebäude gelassen, worauf er die gläserne Haustür eintrat, verbunden mit der massiven Drohung: „Ich finde Dich und bringe Dich um.“  ly

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