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Angeklagter Uwe K. lehnt Richter ab

Verteidiger verliest Befangenheitsantrag im Mordprozess Angeklagter Uwe K. lehnt Richter ab

44 Seiten umfasst ein Befangenheitsantrag, in dem der mordverdächtige Uwe K. (45) aus Lauenau die drei hauptamtlichen Richter in seinem Prozess als voreingenommen ablehnt. Mit dem Gesuch reagierte Rechtsanwalt Dirk Baumann gestern auf einen Beschluss des Bückeburger Schwurgerichts, das die Haftbeschwerde der Verteidigung zurückgewiesen hatte (wir berichteten).

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Lauenau/Bückeburg. Uwe K. bleibt danach in Untersuchungshaft. Die Richter gehen weiterhin von dringendem Tatverdacht aus, der sich neuerdings auch auf Vorwürfe der früheren Geliebten von K. stützt, einer 43-Jährigen aus Hannover. Sie will die Bluttat mit eigenen Augen gesehen haben.

Sinngemäß wirft Baumann den Richtern vor, diese Aussage zu einseitig gewürdigt zu haben. „In eklatanter Weise“, so der Strafverteidiger, seien „die elementaren Regeln bezüglich der Beurteilung von belastenden Aussagen nicht eingehalten“ worden. Willkürlich habe das Gericht die Glaubwürdigkeit der Zeugin bejaht.

Baumann selbst hatte zuvor aus Sicht der Verteidigung reihenweise Widersprüche aufgezählt. Beispielsweise soll die 43-Jährige ihrem Freund Liebesbriefe geschrieben haben, obwohl sie angeblich nach Drohungen Angst um ihre Kinder hatte. Ähnlich liebevoll soll sie sich über K. auch gegenüber einer Verwandten des Mannes geäußert haben. Sogar als dieser bereits in U-Haft saß, habe die Frau ihr Internet-Profil bei WhatsApp mit einem Gedicht versehen – obwohl er das gar nicht lesen konnte. Auch passten Bilder vom Tatort nicht zur Schilderung der Zeugin.

Beraten muss über den Befangenheitsantrag eine andere Strafkammer. Die Entscheidung steht noch aus. Gegen die beiden ehrenamtlichen Schöffen richtet sich das Gesuch nicht. Oberstaatsanwalt Frank Hirt räumt dem Ablehnungsgesuch keine Chancen ein, weil das Gericht mit dem Beschluss, wonach K. in U-Haft bleibt, keine abschließende Würdigung vorgenommen habe. Kommt der Antrag durch, ist der Indizienprozess allerdings geplatzt.

An den beiden vorausgegangenen Verhandlungstagen hatte die ehemalige Geliebte ihre bisherige Aussage überraschend widerrufen. Plötzlich behauptet sie auch unter Eid, dass K. sie kurz vor der Tat ins Haus geholt habe. Aus ihrem Versteck in einem Nebenraum will die 43-Jährige dann gesehen haben, dass der Handwerker am Mittag des 27. Mai 2015 mit einer Holzlatte auf seine Frau Ines eingeschlagen habe. Oberstaatsanwalt Hirt geht davon aus, dass der Lauenauer dem Opfer dadurch den Schädel zertrümmert hat, bevor er die noch lebende 42-Jährige mit mehreren Müllsäcken erstickte.

Verteidiger Baumann erinnert daran, dass die Ex-Geliebte in sieben polizeilichen Vernehmungen sowie jeweils einmal bei der Staatsanwaltschaft und vor Gericht angegeben habe, zur Tatzeit auf einem Parkplatz in Bad Nenndorf gewesen zu sein, wo sie auf den Anruf des Geliebten gewartet habe.

Den Befangenheitsantrag möchte er übrigens nicht als Affront gegen das Gericht verstanden wissen. Am Ende seines mehr als einstündigen Vortrags lobte Baumann die gute Atmosphäre, in der dieser Prozess bisher stattgefunden habe.  ly

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