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Lauenau Vier Jahre Haft für Messerstecher
Schaumburg Rodenberg Lauenau Vier Jahre Haft für Messerstecher
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00:27 25.06.2015
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Lauenau/Bückeburg

Von versuchtem Totschlag, dem ursprünglichen Vorwurf, ist keine Rede mehr. „Es fehlt am Tötungsvorsatz“, erklärte Richter Norbert Kütemeyer, der Vorsitzende des Schwurgerichts. Zur Tatzeit hatte der Täter 3,3 Promille Alkohol im Blut. Einem Gutachten zufolge konnte der Pole aufgrund seiner Alkoholisierung nicht mehr erkennen, dass der Stich in den oberen Rücken seines Zechkumpans (24) tödlich hätte enden können.

Der Verletzte habe einen halben Liter Blut verloren, so Staatsanwalt Nils-Holger Dreißig. „Dank der Behandlung durch die Rettungskräfte beziehungsweise im Kreiskrankenhaus Stadthagen überlebte er die Tat.“ Auf den Kosten für Transport und Behandlung ist das Opfer bisher sitzen geblieben, weil der polnische Staatsangehörige in Deutschland nicht krankenversichert war. Die Rede ist von rund 5000 Euro.

Nach dem Angriff hatte der jüngere Mann den Täter mit Schlägen und Fußtritten aus der Wohnung in Lauenau vertrieben. Als der Messerstecher Blaulicht sah, flüchtete er zurück ins Haus und versteckte sich auf dem Dachboden, wo Polizisten ihn aufstöberten. In der Wohnung lebte die Cousine des Opfers, beide Männer waren dort am Abend des 30. Dezember 2014 nur zu Gast. Anfangs wollte der Verletzte nicht einmal Anzeige erstatten. Dann erfuhr er, dass der 34-Jährige im Suff auch schon auf die Frau losgegangen war, als beide noch eine Beziehung hatten. Zwischenzeitlich hat sich das Paar getrennt.

Verteidiger Michael Einars hält den Ablauf der Tat nicht für aufgeklärt. Staatsanwalt Dreißig geht davon aus, dass der jüngere Mann beim Chatten im Internet mit polnischen Freunden traurig geworden war. Er wollte sich jedoch nicht trösten lassen. Dies könnte der Messerstecher als Affront empfunden haben. Vor der Auseinandersetzung, zu der es gegen 3.50 Uhr am Silvestertag gekommen war, hatten die Männer zusammen mehrere Flaschen Schnaps getrunken. Der 24-Jährige wollte sich im Wohnzimmer das Bett machen und drehte seinem Bekannten den Rücken zu. „Beide haben großes Glück gehabt“, fasste Richter Kütemeyer zusammen. „Durch den Messerstich hätte viel, viel mehr passieren können.“

Vermutlich muss der Angeklagte die vollen vier Jahre nicht verbüßen, denn häufig kommt es zur vorzeitigen Haftentlassung. Zunächst kommt er jetzt in die Entziehungsanstalt. Diese Maßregel darf nicht länger als zwei Jahre dauern. Die Unterbringung dort wird auf eine parallel ausgesprochene Freiheitsstrafe angerechnet. Möglicherweise kommt der 34-Jährige danach wieder auf freien Fuß. In Untersuchungshaft sitzt er bereits seit Ende 2014. ly

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