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Lauenau Vom Finanzhai bis zur „Flinten-Uschi“
Schaumburg Rodenberg Lauenau Vom Finanzhai bis zur „Flinten-Uschi“
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00:16 06.03.2016
Sekt oder Whiskey? Claus von Wagner im Sägewerk. Quelle: gus
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Dessen Feinheit besteht demnach vor allem darin, dem Rest der Welt glaubhaft etwas vorzumachen.

Ausgerechnet im Tresorraum einer Bank nahm von Wagner Anlauf für seinen temporeichen Diskurs, stürzte sich direkt auf die schlauen und gleichzeitig so langweiligen Finanzmarktjongleure und Wirtschaftswissenschaftler, machte aber auch vor anderen Auswüchsen der modernen Gesellschaft nicht Halt. Mineralwasser mit dem Hinweis „für Veganer geeignet“ beispielsweise. „Was soll das sonst sein? Ziegenspeichel?“, fragte von Wagner sich selbst und sein begeistertes Publikum.

Auf die Banker hatte er es in besonderem Maße abgesehen. Ein Freund seines Vaters diente als Dauerzielscheibe. Dieser Finanzhai trage Spendenschecks durch die Gegend, die mit bloßem Auge aus dem Weltall zu erkennen seien. „In der Hoffnung, dass Google Earth gerade wieder Fotos macht.“

"Wulff hat uns den Gauck eingebrockt"

In Schutz nahm der Kabarettist zunächst scheinbar die Politik. Schuld an Skandalen sind schließlich andere: Christian Wulff etwa hätte nie gelogen, wären ihm nicht so viele Fragen gestellt worden. Doch dann war es auch schon vorbei mit dem vermeintlichen Schongang. Schließlich habe Wulff „uns den Gauck eingebrockt“, der stets einen sinnvollen Satz sage, um vom restlichen Unfug abzulenken, den er von sich gebe.

Noch schlechter ließ von Wagner indes Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen wegkommen, der er das Pseudonym „Flinten-Uschi“ verpasste. „Halt: Doktor ,Flinten-Uschi‘. So viel Zeit muss sein“, ergänzte der ZDF-Star, der die Merkel-Raute auf eine Stewardess transferierte, die in stoischer Kanzlerinnen-Ruhe während eines Flugzeugabsturzes das Vaterunser vorbetete.

"Da könnten wir ja gleich katholisch werden"

Auch die Flüchtlingssituation kam nicht zu kurz. In unserer Gesellschaft werde es schon als störend empfunden, überhaupt mit dem Leid anderer Völker konfrontiert zu werden, meinte von Wagner. Und überhaupt: Dieser Islam komme in seiner Heimat, dem Freistaat Bayern, gar nicht gut an. Diese Frauenfeindlichkeit! „Da könnten wir ja gleich katholisch werden“, ätzte er. Dass er selbst phonetisch nicht als Bayer zu erkennen sei, bezeichnete von Wagner als „Geburtsfehler“. Und das war durchaus ernst gemeint: Der Miesbacher ist Sohn norddeutscher Eltern.

Das Publikum feierte die Show mit frenetischem Applaus und Lachsalven beinahe im Minutentakt. Die beste Nachricht: Die Kulturinitiative der Lauenauer Runde hat für dieses Jahr noch einen Kabarett-Leckerbissen im Angebot: Am 2. Dezember kommt mit Lisa Fitz erneut Humor aus Bayern ins Sägewerk. gus

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