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Von der Maskenbox zum Puppenschrank

Lauenau / Heimatverein Von der Maskenbox zum Puppenschrank

Einen gemütlichen Nachmittag haben rund 60 Gäste auf der Terrasse des Lauenauer Amts- und Fleckenmuseums verbracht. Bei Imbiss und Getränken zeigte Vorsitzender Jürgen Schröder aktuelle Exponate, die gerade erst in Museumsbesitz gelangt sind.

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Als Bjarne die Glocke läutete, war für den Heimatvereinsvorsitzenden Jürgen Schröder die Aufmerksamkeit sicher. nah

Lauenau. Der kleine Bjarne durfte die historische Glocke des letzten „Fleckendieners“ läuten, damit Schröder überhaupt zu Wort mitten in der angeregten Plauderei kam. Doch kaum hielt er eine Sperrholzbox samt dünnem Bindfaden in die Höhe, herrschte aufmerksames Schweigen.

Einige Anwesende, die früher im örtlichen Möbelunternehmen Casala beschäftigt waren, wussten sofort Bescheid: In den Kästen hatten sie an ihren Arbeitsplätzen Pinsel oder Werkzeug aufbewahrt. Schröder aber klärte auf: Es handelte sich um Reste einer kriegsbedingten Produktion des Unternehmens.

Die kleinen Holzkästen sollten ABC-Schutzmasken für die Bevölkerung aufnehmen. Doch dazu kam es nicht mehr. Nach 1945 wurden die verbliebenen Rohlinge zu Puppenschränken umgearbeitet. Für diese und weitere Spielzeugfertigungen fanden bis zu 80 Kriegsversehrte einen Arbeitsplatz.

Schröder erläuterte noch mehr Beispiele aus dem Museumsfundus: „Ständig sind neue Entdeckungen möglich – auch für Besucher, die schon wiederholt bei uns waren.“

Allerdings: Der spätsommerliche Nachmittag auf der Terrasse verlief so schön, dass niemand auch nur einen Fuß in das Gebäude setzte. Aber es gibt in den kommenden Wochen noch zwei Gelegenheiten, dies nachzuholen: am ersten und dritten Sonntag im Oktober von 14 bis 17 Uhr. Danach beginnt für das Museum die Winterpause mit nur noch telefonischen Terminvereinbarungen. nah

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