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Wende mit Erdkabel?

„Südlink“-Kritiker sehen Alternative zu Freileitung Wende mit Erdkabel?

Hat der Informationsabend am Dienstag im Lauenauer Sägewerk eine Wende in der anhaltenden Sorge vor dem Bau einer „Südlink“-Stromtrasse eingeleitet?

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Ingo Rennert zeigt den Musterquerschnitt eines Kabels.

Quelle: nah

Lauenau. Anstelle der bisherigen Planungen für eine Gleichstromleitung, die auch das östliche Schaumburger Land an 65 Meter hohen Masten überspannen könnten, zeichnet sich eine mögliche Alternative mit einer unterirdischen Vollverkabelung ab.

Während der Netzbetreiber „Tennet“ mit Verweis auf die bestehenden gesetzlichen Grundlagen an einer weitgehend überirdischen Stromversorgung von der Elbmündung nach Süddeutschland festhält und dafür – wie von unserer Zeitung bereits berichtet – vier Trassenvorschläge der Bundesnetzagentur zur Entscheidung vorlegen will, bündelt der Landkreis Schaumburg derzeit mit 16 weiteren betroffenen Kreisen seine Kritik am bisherigen Planverfahren und macht technische, rechtliche und gesundheitliche Bedenken sowie einen zu erwartenden volkswirtschaftlichen Schaden durch Folgen für Waldwirtschaft, Tourismus und sinkende Immobilienwerte geltend.

Zugleich verlangt er eine Trassenführung durch dünner besiedelte Gebiete sowie als generelle Alternative eine komplette Erdverkabelung.
Der letztgenannte Vorschlag, den Landrat Jörg Farr mit seinen Amtskollegen vor Bundestagsabgeordneten am vergangenen Montag in Berlin vorgetragen hat, wurde im Sägewerk durch Äußerungen von Ingo Rennert genährt.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats des Planungsbüros „Infranetz“ in Müden (Aller), das eigenen Angaben zufolge Wasserkraftwerke und Windkraftanlagen projektiert, hielt das Muster eines Kabels in die Höhe, das bereits auf 805 See- und 420 Landkilometern allein in Deutschland verlegt worden sei.

Nach seinem Vorschlag würde die Leitung parallel zur Autobahn 7 in Wirtschaftswegen und anderen Nebenstrecken verlaufen. Ein weiterer Vorteil: Die schweren Kabeltrommeln könnten direkt auf der Fernstraße zu den Baustellen transportiert werden.

Landrat Jörg Farr sieht nun den Deutschen Bundestag als wichtigsten Adressaten für Forderungen an, für „Südlink“ eine komplette Verkabelung gesetzlich zuzulassen. Dies wird auch Gegenstand einer „Kabelkonferenz“ des Landkreis-Verbunds im Februar in Kassel sein. Schon ist von einer Petition die Rede, die die Forderungen zusätzlich unterstreichen könnte.

Farr hat außerdem Kenntnis von einem Referentenentwurf im Bundestag, dessen Inhalt für ihn „in die richtige Richtung“ gehe. nah

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