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Lauenau Wildkatze: Vorkommen im Deister bestätigt
Schaumburg Rodenberg Lauenau Wildkatze: Vorkommen im Deister bestätigt
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15:52 11.02.2011
Die Wildkatze gibt es in der Deisterregion nicht nur im Wiesentgehege Springe, sondern auch in freier Wildbahn. © pr.

Lauenau (mm). „Es gab nur noch wenige Tiere im Harz“, sagt die Biologin Bärbel Pott-Dörfer, bei der Landesbehörde für Naturschutz für den Säugetierschutz verantwortlich. In den fünfziger Jahren breitete sich das Vorkommen der Wildkatze bis zum Solling aus. Neue Untersuchungen zeigen, dass die scheuen Jäger auch im Deister und im benachbarten Süntel unterwegs sind. Die Wildkatze kommt in Riesenschritten zurück , sagt Pott-Dörfer.

Bestätigt wird dies nach Befragung von 15 Forstämtern der Niedersächsischen Landesforsten. Am Hohenstein im Süntel tappte eine Wildkatze sogar in die Fotofalle der Wildbiologen. Im November wurde ein auf der Bundesstraße 3 in Höhe Thiedenwiese überfahrenes Tier als Wildkatze identifiziert, ebenso ein Totfund ebenfalls an der B 3 in Höhe Rössing. „Die Mitarbeiter der Straßenmeistereien informieren uns“, sagt Pott-Dörfer.

Im Deister seien Spuren der Wildkatze, meist Haare, im nördlichen Bereich von Lauenau und zwischen Springe und Bredenbeck gefunden worden. Die Expertin geht davon aus, dass die Tiere im ganzen Deister unterwegs sind. „Was fehlt, sind Korridore, in denen sie von einem Waldgebiet zum nächsten kommen können“ sagt die Biologin. Lange Zeit wurden die Wildkatzenbestände vor allem durch die Jagd dezimiert. Jäger sahen die Tiere als Konkurrenz oder verwechselten sie mit verwilderten Hauskatzen. Die Wildkatze jagt wie die erst später zu uns gekommenen Hauskatze am liebsten Mäuse und ist ihr zudem ähnlich.

Die Wildkatze ist größer und deutlich kräftiger als die Hauskatze. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich nun von Süden kommend bis zum Deister aus - nördlich des Mittellandkanals gibt es noch keinen Nachweis in der Region.
Ob es auch der Luchs soweit schafft, mag die Wildbiologin Bärbel Pott-Dörfer vom Niedersächsischen Landesamt für Naturschutz nicht vorherzusagen. Das ist ein anderes Kaliber, sagt sie. Allerdings würden sich die im Harz ausgewilderten Luchse vermehren und die Jungtiere abwandern. Für den Ith und den Süntel bestehen bereits Meldungen, die auf den Luchs hinweisen.

Auch der Wolf hat theoretisch die Chance, in den Deister abzuwandern, wo das Wolfstal noch dem Namen nach auf eine frühere Besiedlung schließen lässt. Das Problem ist eher der Faktor Mensch, sagt Bärbel Pott-Dörfer. Deshalb würde der von Osten einwandernde Wolf auch siedlungsärmere Gebiete bevorzugen.