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Braaksma schickt Parteibuch zurück

SPD-Mitglied tritt aus Braaksma schickt Parteibuch zurück

Nun hat auch die SPD in der Samtgemeinde Rodenberg einen prominenten Austritt zu verkraften: Karl-Minne Braaksma aus Messenkamp hat sein Parteibuch zurück nach Berlin geschickt. Als Gründe führt der Rechtsanwalt Enttäuschung über den eigenen Ortsverein aber auch Berufliches an.

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Symbolbild

Quelle: dpa

MESSENKAMP. Grundsätzlich habe es ihn gestört, dass ausgerechnet „die eigenen Leute“ nicht zu wichtigen Informationsveranstaltungen erschienen seien, wenn er dazu eingeladen habe. Nur wenn es um gesellige Anlässe wie Grillabende ging, sei die Resonanz gut gewesen. Das Fass zum Überlaufen brachte dann aber eine Sache im Vorfeld der SPD-Kandidatenkür für den Samtgemeindebürgermeisterposten.

Sein eigener Ortsverband habe sich nicht etwa hinter Braaksma sondern hinter Sven Janisch gestellt. Die erste Konsequenz daraus war der Rücktritt als Ortsvereinsvorsitzender im Mai 2014. „Ich hatte damals beschlossen, alle meine Ämter abzugeben“, so Braaksma. Weil er der Partei aber nicht schaden wollte, tat er dies sukzessive und ohne großes Aufhebens.

Sechs Jahre dabei gewesen

Im September sandte Braaksma dann sogar seine Austrittserklärung an den SPD-Bundesverband. Diesen Schritt begründet der Jurist zum Teil aber auch damit, dass er in Messenkamp eine zweite Anwaltskanzlei – seine Stamm-Kanzlei führt er in Hannover – gegründet hat. Ohne Parteibuch, glaubt Braaksma, kommen nun mehr Klienten zu ihm. An den Gerüchten, er wolle nun der Wählergemeinschaft beitreten, sei nichts dran.

Braaksma ist kein kleines Licht gewesen in der Rodenberger SPD. Sechs Jahre lang hatte der Messenkämper den dortigen Ortsverein der Partei geführt. Auch nach 2014 blieb er Kassierer im Samtgemeindeverband und Schriftführer im Messenkämper Verein. Auch im Samtgemeinde- und im Gemeinderat behielt Braaksma bis Ende Oktober seine Sitze und leitete den Schulausschuss. Zudem war er stellvertretender Bürgermeister von Messenkamp. Zur Kommunalwahl 2016 trat er nicht wieder an.

Im Jahr 2009 hatte Braaksma für Aufsehen gesorgt, als er sich SPD-intern gegen Jörg Farr um die Landratskandidatur bewarb. Dabei unterlag der Messenkämper aber deutlich. Als er von dortigen Medien im Jahr 2013 gefragt wurde, ob er in seinem Geburtsort Schüttorf (Grafschaft Bentheim) für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters kandidieren würde, sagte Braaksma indes ab.

„So etwas demotiviert natürlich“

SPD-Unterbezirksvorsitzender Karsten Becker bedauert den Vorgang. „Es ist immer schade, wenn Sozialdemokraten aus der Partei austreten, für deren Inhalte sie sich immerhin viele Jahre lang eingesetzt haben“, so Becker. In Braaksmas Fall sei das umso mehr der Fall, weil der Messenkämper noch immer für die Ideale der SPD stehe. Der Messenkämper Ortsvereinsvorsitzende, Hans-Jürgen Müller, erfuhr per Post von dem Austritt. „Mit mir hat er darüber nie gesprochen“, so Müller. Daher könne er die Beweggründe auch nicht kommentieren.

Der SPD-Samtgemeindeverbands-Vorsitzende, Uwe Märtens, versteht Braaksma. Dieser habe mit viel Einsatz für SPD-Themen gestritten, doch oft sei auf Samtgemeinde-Ebene die Resonanz auf sein Tun mau ausgefallen. Veranstaltungen zu den Themen Windkraft und Flüchtlinge nannte Märtens als Beispiele. „So etwas demotiviert natürlich“, sagt der Rodenberger, der seinen Mitstreiter vermissen wird. „Ich schätze Karl-Minne als Mensch. Er gehört zu denen, die klar ihre Meinung sagen. Und das ist ein guter Ausgangspunkt für eine Diskussion“, betont Märtens, der die gute Arbeit des Ex-Genossen im Schulausschuss hervorhebt. gus

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