Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Messenkamp Der eine will’s – der andere kriegt’s
Schaumburg Rodenberg Messenkamp Der eine will’s – der andere kriegt’s
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 13.01.2017
Quelle: pr
Anzeige
Messenkamp

Entsprechend muss den Befürwortern einer Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit von 100 auf 70 Stundenkilometern die neuste Entwicklung an der Bundesstraße wie blanker Hohn vorkommen: Denn ein Abschnitt der B 442, der die Kleinsiedlung Hobboken streift und sich in direkter Nachbarschaft zu Messenkamp befindet, hat nun das bekommen, was die BI fordert: Tempo 70.
Allerdings hat das nach Angaben von Anja Gewald auch einen triftigen Grund. „Dort herrscht eine auffällige Gefahrensituation“, so die Sprecherin der Unteren Verkehrsbehörde beim Landkreis. Heißt: An dieser Stelle gibt es mehr Unfälle als an anderen Punkten der Strecke, wo weiterhin mit 100 Stundenkilometern gefahren werden darf.

Drosselung nur in Ausnahmefällen

Jener Wert ist für Bundesstraßen laut Straßenverkehrsordnung auch vorgesehen. „Drosselungen werden nur in Ausnahmefällen vorgenommen – es muss ein objektiver Grund vorliegen“, so Gewald. Allerdings bewertet der Landkreis in dieser Angelegenheit nicht alleine. Auch Vertreter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, der Polizei und der Samtgemeinde Rodenberg sind an diesen Einzelfallentscheidungen beteiligt.
Jene Kommission hatte sich auch mit dem Begehren der BI auseinandergesetzt. Allerdings sahen die Experten in Messenkamp keinen Handlungsbedarf, da der betroffene Streckenabschnitt weder einen besonderen Unfallschwerpunkt darstellt, noch Geschwindigkeitsüberschreitungen an der Tagesordnung sind.
Ebenso wenig konnten die Gutachter eine nicht mehr hinnehmbare Lärmbelästigung ausmachen. Denn der dort einmal gemessene Dezibelwert hat den Grenzwert der Lärmschutzrichtlinien nicht überschritten. Da eine Verkehrszählung nach Angaben von Gewald keine nennenswerte Zunahme im Verkehrsstrom auf der B 442 bei Messenkamp ergeben habe, bleiben diese Werte auch noch aktuell.

Schlechte Aussichten für Vorhaben

Entsprechend schlecht sieht es für die BI und ihr Vorhaben momentan aus. „Bei einem triftigen Grund wird ja eine Drosselung vorgenommen, nur ist dieser an der betroffenen Stelle leider nicht gegeben“, schließt Gewald.
Udo Meyer, einer der Sprecher der Initiative, kann die getroffene Entscheidung auf jeden Fall schwer nachvollziehen. „Es versteht keiner so ganz, warum man uns jetzt wieder außen vor lässt“, sagt er.
Meyer stelle sich allmählich die Frage, ob die Verantwortlichen aus Prinzip die Messenkämper Interessen übergehen würden. „Es scheint so, als ob unsere Sorgen nicht ernst genommen werden und die einmal getroffene Entscheidung nicht mehr hinterfragt werden soll“, so der WGMA-Ratsherr weiter. js

Anzeige