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Der hohe Verbrauch bleibt rätselhaft

Messenkamp / Trinkwasser Der hohe Verbrauch bleibt rätselhaft

Helmut Bentroth versteht die Welt nicht mehr. Viele Jahre lang hat der alleinlebende Hausbesitzer jährlich 60 bis 70 Kubikmeter Trinkwasser verbraucht. Nun soll er 2010 480 Kubikmeter verbraucht haben. Das zeigte die Wasseruhr an.

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Jede Woche wird kontrolliert: Helmut Bentroth glaubt immer noch an einen Defekt der Wasseruhr als Ursache für den hohen Verbrauch. © nah

Messenkamp (nah). Entsprechend hoch fiel die Rechnung der Samtgemeinde Rodenberg aus. Bentroths Protest führte zumindest teilweise zu einem Entgegenkommen der Verwaltung: Er muss nur die Frischwassermenge bezahlen. Hätte das Rathaus auch auf der üblichen Abwassergebühr beharrt, wäre die Summe dreimal so hoch gewesen.

Schon beim Ablesen der Uhr durch einen Beauftragten des Rathauses war der hohe Verbrauch aufgefallen. „Das kann nicht sein“, sagte sich Bentroth und setzte sich umgehend mit der Samtgemeindeverwaltung in Verbindung: „Ihr könnt nachgucken“, hatte er nach eigenem Bekunden seinen Ansprechpartnern bis hinauf zu Samtgemeindebürgermeister Uwe Heilmann aufgefordert, „meine Leitungen liegen alle auf Putz“. Wenn da ein Rohr undicht wäre, hätte man das sofort sehen müssen, glaubt der 77-Jährige.

Folgerichtig konstatierte er: „Die Uhr muss kaputt sein.“ Doch als ihm die Verwaltung nach wiederholtem Ablesen anbot, das bis 2014 geeichte Gerät zur Untersuchung einzuschicken, knickte Bentroth ein: „Ich unterschreibe nicht“, beschied er den zuständigen Sachbearbeiter. Denn falls das Zählwerk keine Mängel aufzeige, hätte er neben dem verbrauchten Wasser auch noch die bis zu 200 Euro teure Gebühr zahlen müssen.

„Wir haben ihm schon in sehr weitem Maße geholfen“, kommentierte Heilmann auf Anfrage den Vorgang und verwies auf die geltende kommunale Satzung zur Erhebung der Wassergebühr: „Wir müssen davon ausgehen, dass die Uhr richtig zählt; alles andere liegt im Verantwortungsbereich des Betroffenen.“ Dieser hätte die Überprüfung in Auftrag geben können: „Doch das wollte er nicht.“

Um aber Bentroth zu helfen, sei ihm – wie dies auch bei anderem hohen Verbrauch zum Beispiel nach Rohrbruch geschehe – die nach Frischwasser zu berechnende Abwassergebühr erlassen worden: „Von Amts wegen“, wie Heilmann ausdrücklich betont, „er hat noch nicht einmal einen Antrag stellen müssen“. Zudem habe Bentroth gebeten, in Raten die verbliebene Summe zahlen zu dürfen.

Heilmann rät Hausbesitzern, aus dem Fall zu lernen: „Ich kann nur jedem empfehlen, einmal im Monat die Zählerstände zu kontrollieren.“ Genau das tut Bentroth inzwischen sogar wöchentlich: „Höchstens einen Kubikmeter“ zeige die unverändert installierte Uhr an, von der er immer noch glaubt, dass „vielleicht eine Ziffernwalze defekt gewesen ist“. Doch der Samtgemeindebürgermeister, der nach eigenen Angaben selbst regelmäßig den häuslichen Verbrauch prüft, bezweifelt dies.

Er hat Bentroth eine einfache Rechnung aufgemacht: Würde pro Sekunde durch eine defekte Toilettenspülung oder einen heftig tropfenden Wasserhahn nur die Menge eines halb gefüllten Schnapsglases abfließen, wären das schon 315 Kubikmeter im Jahr.

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