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„Die Auftritte halten mich jung“

Altenhagen II / Tischtennis und Seemannslieder „Die Auftritte halten mich jung“

Entweder er macht es ganz – oder gar nicht. Der 78-jährige Klaus Kohrs aus Altenhagen II ist da konsequent. Soeben hat er nach genau 65 aktiven Jahren den Tischtennisschläger für immer aus der Hand gelegt.

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Im Trainingsanzug und mit dem Akkordeon: Sport und Musik haben Klaus Kohrs ein Leben lang begleitet.

Quelle: nah

Von Bernd Althammer

Altenhagen II. Für seinen Shanty-Chor „Frische Brise“ aber sitzt er täglich an seinem Schreibtisch, telefoniert oder organisiert die nächsten Auftritte. Dass der gebürtige Hamburger seinen erklärten Sport, bei dem er auch seine Ehefrau Hannelore einst kennengelernt hatte, den Rücken kehrt, hat ausschließlich mit seinem Ischiasnerv zu tun.

„Stehe ich an der Platte, tut der weh“, ärgert er sich, „bin ich zweimal wöchentlich im Fitness-Studio ist gar nichts.“ So aber muss der MTV Messenkamp, in dem er sieben Mal Vereinsmeister war, künftig auf den Senior verzichten. Auch andere Vereine in sechs Bundesländern haben ihn stets nur ungern gehen lassen, wenn er jeweils neue berufliche Herausforderungen suchte.

Der gelernte Molkereimeister, der in manchen Jahren bis zu 80 000 Kilometer im Außendienst unterwegs war, wechselte meist im Sommer seinen Arbeitsplatz – um zur beginnenden Punktspielserie der nächsten Mannschaft zur Verfügung zu stehen.

Nach dem Tischtennis-Ende hat er keinen sportlichen Ersatz zum Beispiel beim Männerturnen gesucht: „Dafür habe ich doch gar keine Zeit.“ Denn der Vorsitz im 75 Mann starken Shanty-Chor, von denen regelmäßig bis zu 50 zum wöchentlichen Üben ins Lauenauer Sängerheim kommen und dafür Anfahrten bis von Bielefeld und Hannover, Hameln und Nienburg in Kauf nehmen, ist für ihn fast ein Ganztages-Job. Schließlich werden mit Auftritten, Konzertreisen oder gelegentlichen CD-Aufnahmen ständig neue Herausforderungen gesucht.

Erst hatte Kohrs nur dem Altenhäger Gesangverein seine organisatorischen Qualitäten vermittelt und unter anderem einen Besuch des damals schon legendären Billy Mo im Ort geschafft. Doch als vor 26 Jahren sein singender und segelnder Nachbar sich ständig über eigene Textschwächen bei Seemannsliedern ab der zweiten Strophe ärgerte, übernahm Kohrs den Vorsitz einer Handvoll Freunde, die ebenfalls Shantys erlernen wollten.

Heute gibt er selbst einflussreichen Fernsehproduzenten glatt einen Korb, weil diese für eine Freddy-Quinn-Verfilmung nur 20 Mann vor der Kamera sehen wollen: „Wie soll ich denn da eine Auswahl treffen“, begründete er seine Absage, „dann habe ich sofort einen Heidenkrach“.

Und dann sind da noch die regelmäßigen Auftritte mit der aus Russland stammenden Musikerin Radmira Grüne. Die Akkordeon-Virtuosin begleitet Kohrs zu Liedern auf Familienfeiern oder Nenndorfer Kurklinik-Patienten. „Die Konzerte halten mich jung“, verrät der fünffache Großvater. „“or dem Publikum zu stehen, zu singen und zu moderieren – das hat schon was.

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