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Messenkamp Einbrecher kennzeichnen ein Haus
Schaumburg Rodenberg Messenkamp Einbrecher kennzeichnen ein Haus
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14:01 11.01.2019
In der Wennigser Mark wurden die Zeichen, sogenannte Gaunerzinken, in einen Gullideckel geritzt. Quelle: Archiv/Jennifer Krebs
Messenkamp

Die Bewohnerin meldete sich am Donnerstag bei der Polizei. Sie entdeckte die Zeichen auf dem Pflaster vor ihrem Haus. Spuren eines Einbruchsversuchs gab es demnach nicht.

Hausierer und Bettler kennzeichnen Häuser seit Jahrhunderten

„Die Gaunerzinken gelten als uraltes Kommunikationsmittel, die es etwa seit dem zwölften Jahrhundert gibt und mit dem einst Hausierer und Bettler markierten, wo es Beute zu holen gab“, schildert Jürgen Henze von der Bad Nenndorfer Polizei. Mithilfe der Symbole kennzeichnen heute Einbrecherbanden, wo es besonders leicht ist, einzusteigen, und wo gute Beute winkt.

Eine waagerechte Linie mit zwei Strichen bedeutet zum Beispiel, dass in einem Haus alte Menschen wohnen. Mit einem Kreuz, das auf einem kleinen Hügel steht, kennzeichnen die Einbrecher, dass kein Mann im Haus wohnt. Diese werden aufgesprüht, mit Kreide gezeichnet oder eingeritzt.

Diese Zeichen sind relativ unauffällig. Oftmals werden sie „krickelig“ gezeichnet, damit es aussieht, als hätten Kinder mit Kreide gespielt, sagte Henze. Allerdings gibt es auch andere Systeme der Kennzeichnung. Henze zufolge haben in Wunstorf Banden Grundstücke durch Reißzwecken in verschiedenen Farben markiert.

Foto machen, Polizei informieren, Symbol entfernen

Wer ein Zeichen entdeckt, sollte ein Foto davon machen, die Polizei informieren und anschließend die Markierung entfernen, rät der Kontaktbeamte. Zudem sollten die Nachbarn informiert werden. Unabhängig davon rät die Polizei, Fenster und Türen gegen Einbruch zu sichern, sowie wachsam zu sein. Die Polizeidienststellen bieten weitere Tipps und Beratungen. Weitere nützliche Tipps zum Einbruchschutz gibt es auf der Internetseite www.k-einbruch.de.