Messenkamp. Nicht alle Ratsmitglieder waren für die Abschaltung der Straßenlaternen. Dennoch gab es eine Mehrheit für den Vorschlag einer Anwohnerin, nachts die Lichter auszuschalten. Damit würde die Gemeinde 2000 bis 3000 Euro pro Jahr sparen, wie SPD-Fraktionssprecher Hans-Jürgern Müller errechnet hatte. „Ich persönlich kann mich damit anfreunden.“ Karl Minne Braaksma (SPD), der ebenso wie Wolfgang Schiefer (SPD) davon ausgeht, dass dies keine Auswirkungen auf die Kriminalitätsrate habe, forderte aber den Schutz für Jugendliche und Schüler. „Eine moderate Abschaltung ist okay“, sprach er sich für den vorgeschlagenen Zeitraum zwischen 1 und 5 Uhr aus. „Das wäre eine Option, das würde ich sehr begrüßen“, meinte auch CDU-Sprecher Udo Meyer.
Bürgermeister Frank Witte (SPD) stimmte gegen den Antrag. Und auch Gerd Lohmann (SPD) hält die Abschaltung für falsch. „Wir haben eine Verkehrssicherungspflicht“, argumentierte er. „Da investieren wir in Lampen und lassen sie dann nicht brennen.“ Es gebe auch Arbeitnehmer die nachts um 3 Uhr nach Hause kämen.
Am meisten Schwierigkeiten mit dem Thema hatte offensichtlich Armin Lohmann (CDU). Er wollte seine Zustimmung nach der Abstimmung sogar zurückziehen. An Wochenenden müssten die Lampen leuchten, ist seine Meinung. Gemeindedirektor Jörg Döpke verwies auf das Einsparpotenzial: „Wenn man von sieben Tagen nur vier abschaltet, ist das ein ganz anderes Verhältnis.“ Armin Lohmann hätte sich auch mit der Umrüstung der Lampen anfreunden können. Döpke hatte den Rat darüber informiert, dass künftig ohnehin auf Energiesparlampen umgestiegen werden müsse. Gemeinden, die jetzt schon komplett umrüsten, bekommen sogar Fördermittel. „Könnte man das nicht kombinieren?“, fragte Armin Lohmann.
Müller würgte eine weitere Diskussion nach der Abstimmung ab. Es gehe nicht, dass nach einem Beschluss wieder breit in eine Diskussion eingestiegen werde. So behielt Armin Lohmanns Ja-Stimme auch ihre Gültigkeit. Mit sechs Stimmen waren die Befürworter in der Mehrzahl. Es gab zwei Gegenstimmen und eine Enthaltung. Es sollen nun Zeitschaltmechanismen eingebaut werden. Zur Bedingung machte der Rat, dass die Investitionskosten deutlich unter dem Betrag liegen, den die Gemeinde an Strom einspart.
Einig war sich der Rat wieder, als es um eine zusätzliche Laterne an der Hülseder Straße ging. An und unter der Brücke gebe es schlechte Lichtverhältnisse. Auch die Verwaltung sieht Bedarf „Es drängt da“, sagte Döpke. Müller nahm den Vorschlag von Gerd Lohmann auf und bat die Verwaltung, zu prüfen, ob eine Photovoltaik-Lampe günstiger sei als eine herkömmliche.
Über die Installation von Straßenbeleuchtung am Jahnweg wurde nicht abgestimmt. Denn dort habe sich „eine Erschließungsverpflichtung verdichtet“, wie die Verwaltung mitteilte. Lampen können nur im Rahmen des kompletten Ausbaus aufgestellt werden. bab
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