Der Schrecken stand Barbara N. noch lange im Gesicht geschrieben. Die 65-Jährige war in Egestorf/Süntel gestartet und wollte auf die Autobahn. Doch nach wenigen Kilometern war die Reise mit Kombi und Anhänger zu Ende. Kreidebleich saß sie hinter dem Lenkrad: „Ich fahre heute keinen Schritt mehr.“
Zuvor hatte sie den Polizeibeamten geschildert, wie der dunkle Golf mit einem Mal auf ihr Auto „zuschoss“, es aber im Vorbeifahren nur am Außenspiegel beschädigte. Was danach passierte, weiß sie nicht: „Zu Überholen gab es jedenfalls nichts.“
Der Golf ist dann, wie die bisherigen Ermittlungen ergaben, frontal in einen ebenfalls in Richtung Lauenau fahrenden Passat geprallt. Am Steuer dieses im Landkreis Celle zugelassenen Firmenwagens saß ein 50-jähriger Niederländer. Dieser erlitt beim Aufprall schwere Verletzungen; es besteht jedoch keine Lebensgefahr.
Der 19-Jährige aber wurde in seinem Fahrzeug eingeklemmt und starb noch an der Unfallstelle. Feuerwehren aus Bad Münder und Eimbeckhausen bargen den Toten mit technischem Gerät. Zuvor hatten sie aus den völlig zerstörten Fahrzeugen auslaufenden Treibstoff und Schmiermittel abbinden müssen.
Wie ein Sprecher des Polizeikommissariats Bad Münder am gestrigen Abend auf SN-Anfrage mitteilte, sind die Untersuchungen über die Unfallursache noch nicht abgeschlossen. Zum Zeitpunkt des Unglücks war die Straße trocken. Auch ein riskantes Überholmanöver – in der Vergangenheit wiederholt Auslöser schwerer Unfälle auf diesem Streckenabschnitt – sei nach bisherigen Erkenntnissen nicht zu vermuten. Eventuell könne es sich um einen „Fahrfehler“ handeln. nah
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