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Messenkamp Tödlicher Streit zweier Knechte
Schaumburg Rodenberg Messenkamp Tödlicher Streit zweier Knechte
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16:45 26.12.2017
Der „Schwurstein“ bei Messenkamp wurde auch „Blutstein“ genannt. Quelle: nah
Messenkamp

 Unbeachtet steht der behauene Findling an der Landstraße. Selbst Einheimische kennen kaum seinen Standort. Nur vor zwei Jahren, als ein Rübentransporter ihn fast zerstört hätte, rückte er für einen Moment in den Blick. Es ist ein Kreuzstein, wie es nur wenige im Schaumburger Land gibt.

 Vor gut 140 Jahren hatte ein gütiges Schicksal schon einmal den im Volksmund irgendwann einmal so bezeichneten „Schwurstein“ oder auch „Blutstein“ vor dem endgültigen Untergang bewahrt. Bis dahin diente die schwere Platte als Bachsteg. Einwohner Wilhelm Pook nahm sich dieser an.

 Offenbar kannte er die Sage, die sich die Einwohner seit jeher erzählten: Zwei Knechte sollen einst beim Pflügen in Streit geraten sein. Sie lösten die Pflugeisen und schlugen mit ihnen so lange aufeinander ein, bis sie beide tot umfielen. Am Fundort soll der Mahnstein errichtet worden sein. Auf beiden Seiten sind die eingemeißelten Konturen eines Kreuzes erkennbar, das jedoch auf nur einer Seite um ein Pflugeisen ergänzt wurde.

Plötzlicher gewaltsamer Tod

 Sein Verdienst um den Erhalt des Denkmals verspielte Pook jedoch gleich wieder. Denn er brachte über den historischen Zeichen die Jahreszahl 1875 an sowie seine Initialen K.W.P. Ob die auf der unteren Rückseite stehenden Buchstabengruppen: H. W. M., H. K. M. und H. B. M. ein Hinweis auf die historischen Steinsetzer sind, wird sich wohl nie mehr beantworten lassen. Das M. könnte allerdings auf den Ortsnamen Messenkamp hindeuten.

 Die Wissenschaft unterscheidet zwischen Steinkreuzen, die als Kruzifix auch entsprechend behauen sind, und Kreuzsteinen, die das Abbild des christlichen Glaubenssymbols tragen. Für Niedersachsen, Bremen und Hamburg sind nach einer im Jahr 1988 veröffentlichten Erhebung 432 dieser Kulturdenkmäler dokumentiert. 13 davon befinden sich im Landkreis Schaumburg.

 Beide Monumentgruppen erinnern fast immer an Menschen, die eines plötzlichen oder gewaltsamen Todes starben und nicht mit den kirchlichen Sterbesakramenten versehen waren. Manchmal wurde der Täter vertraglich zur Aufstellung eines „Sühnesteins“ verpflichtet, damit an dieser Stelle für das Seelenheil der Toten gebetet werden konnte. Die meisten dieser stummen Zeugen sollen zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert errichtet worden sein, bevor die Tradition der Sühneverträge durch staatliches Strafrecht abgelöst wurde. Geblieben sind die mündlichen Überlieferungen, die eben auch über den Stein in Messenkamp erzählt werden. Doch immer weniger Menschen wissen davon. nah