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Windräder: Weniger hoch, weiter entfernt

Messenkamp Windräder: Weniger hoch, weiter entfernt

Auch die Gemeinde Messenkamp will sich mit einer Stellungnahme zu den Plänen der Stadt Bad Münder positionieren, wonach weitere Windräder bei Eimbeckhausen entstehen sollen.

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Messenkamp. Höhe der Anlagen, Abstand zu Wohnhäusern, der Eingriff in das Landschaftsbild und mögliche Schäden für die Natur waren die Aspekte, die Gemeindedirektor Jörg Döpke aus einer Diskussion im Rat mitnahm, um sie in das Papier einfließen zu lassen.

Es gab aber nicht nur Äußerungen gegen Windkraftanlagen. Karl-Minne Braaksma (SPD) sprach sich grundsätzlich für erneuerbare Energiegewinnung aus, speziell die Windkraft sei für die Energiewende nötig. Und an diesem Ziel wolle er nicht gerüttelt wissen. Offshore-Anlagen reichen seiner Einschätzung nach nicht aus, zumal der Transport noch immer wegen der fehlenden Stromtrassen nicht gesichert ist.

Die Frage, ob auch im Schaumburger Land weitere Windräder entstehen sollen, sei daher nicht so leicht zu beantworten. „Unabhängig vom Fraktionszwang sollten wir uns mal Gedanken machen, wie wir die Energiewende schaffen wollen, wenn wir immer dagegen sind, dass bei uns Windräder gebaut werden“, so Braaksma. Auch CDU-Sprecher Udo Meyer mochte die Windenergie nicht in Bausch und Bogen verurteilen. Doch wie Braaksma hegte er Vorbehalte gegen 200-Meter-Anlagen, wie sie bei Eimbeckhausen erlaubt sein sollen. Maximal 170 Meter seien zu tolerieren. Diese Grenze wird auch in der Stellungnahme der Gemeinde zu lesen sein.

Der Abstand zur Wohnbevölkerung bereitete Meyer ebenfalls Bauchschmerzen. Bad Münder geht von 700 Metern aus. Meyer hielt das Zehnfache der Anlagenhöhe für einen guten Richtwert, leider gebe der Entwurf des Windkrafterlasses, den die Landesregierung vorgestellt hat, keinerlei Anleitung in diesem Punkt. Meyer sieht die Kommunen „allein gelassen“, da diese sich mit den Investoren auseinanderzusetzen hätten, ohne aus dem Erlass eine Vorgabe ableiten zu können.

Döpke pflichtete Meyer bei, zuvor hatte bereits Samtgemeindebürgermeister Georg Hudalla den Erlass kritisiert. Armin Lohmann (CDU) wunderte sich, dass die Nähe Waltershagens zum geplanten Konzentrationsgebiet kein Ausschlusskriterium zu sein scheint. Als die jetzt vorhandenen Anlagen gebaut worden seien, habe die Siedlung weiteren Plänen den Garaus gemacht, so Lohmann.

Döpke und Meyer kritisierten die Pläne Bad Münders noch aus anderer Sicht: Die Nachbarkommune plane ihre Windkraftzonen fast ausschließlich in ihren Grenzbereichen. „Irgendwann wollen die eine Tourismus-Kooperation mit uns, aber an die Grenze setzen sie Windräder“, ätzte der Gemeindedirektor. Er sehe das wichtige Landschaftsmerkmal Kappenberg in Gefahr.

CDU-Sprecher Meyer hatte auch moniert, dass Bad Münder niemanden in den Rat geschickt hatte, um das Vorhaben zu erläutern. „Dann müssen wir da vielleicht mal hinfahren“, sagte der Messenkämper. Der Hinweis, die Nachbarstadt soll der Gemeinde Messenkamp künftig mitteilen, wann ihre Gremien über das Thema Windkraft beraten, wurde ebenfalls in die vom Rat verabschiedete Stellungnahme eingeflochten. gus

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