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Debatte um Flüchtlingsheim im Pohler Gewerbegebiet

Pohler Rat soll über Bauvoranfrage befinden Debatte um Flüchtlingsheim im Pohler Gewerbegebiet

Ein mögliches Flüchtlingsheim im Pohler Gewerbegebiet an der B 442 bewegt derzeit Bürger aus Pohle und Lauenau gleichermaßen. Der Landkreis plant ein sogenanntes Übergangsheim für bis zu 42 Asylbewerber an der Straße In der Masch, der Pohler Rat soll Donnerstagabend über die Bauvoranfrage befinden.

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Quelle: SN

Pohle/Lauenau. Jürgen Japes, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Lauenau, warnt in einer Pressenotiz vor einem überstürzten Vorpreschen. „Wir müssen die Bürger – und nicht nur die in Pohle – mitnehmen“, mahnt er.

Für die Einrichtung eines Flüchtlingsheims sagt er der SPD Pohle seine „grundsätzliche Unterstützung“ zu – „allerdings ist diese Unterstützung kein Blankoscheck“. Da es sich hierbei um ein sehr emotionales Thema handle, sei ein bedachtsames Vorgehen gefragt, sonst könne man schon im Vorfeld „viel Porzellan zerschlagen“. Bei der eventuellen Ansiedlung eines Pilzzüchters seien die Bürger ausgiebig informiert worden, „bei der wahrscheinlichen Einrichtung eines Flüchtlingsheims unterlässt man dies aus unerfindlichen Gründen“, beklagt Japes. Niemand sollte sich der Illusion hingeben, dass Tragödien wie 1991 in Hoyerswerda, als es zu mehreren Übergriffen auf Migranten kam, oder wie in Tröglitz, wo Anfang April ein Brandanschlag auf ein geplantes Flüchtlingsheim verübt wurde, sich hier nicht wiederholen könnten.

Die Gemeinde, findet Japes, sollte sich aus dem Projekt jedenfalls nicht ausklammern lassen, das ansonsten allein in den Händen des Landkreises läge. Der Pohler Rat sollte vor seiner Entscheidung auf einige Bedingungen pochen. Unter anderem nennt Japes die Vorgabe, dass die maximale Belegungszahl von 42 Personen keinesfalls überschritten werden dürfe. Auch müsse die Betreuung der Flüchtlinge „durch hauptamtliche Sozialarbeiter gewährleistet sein“. Diese Verantwortung dürfe nicht pauschal auf Ehrenamtliche abgewälzt werden.

Samtgemeindeverwaltung und Rat müssten zudem in allen Phasen des Betriebs Mitentscheidungsrecht haben, und es müsste „regelmäßig offen und ehrlich, zum Beispiel in einer Bürgersprechstunde“, kommuniziert werden, wie der Betrieb läuft. Das Problem an Flüchtlingsheimen seien nicht die Bewohner, sondern die Gerüchte, die von vielen Menschen schnell für wahr gehalten werden, wenn sie nicht widerlegt werden. Außerdem befinde sich das Gewerbegebiet aufgrund des angrenzenden Schrottplatzes „in einem unwürdigen Zustand“. Hier müsse dringend etwas geschehen.

Der Rat der Gemeinde Pohle befasst sich mit dem Thema Donnerstagabend im Gasthaus Homberg, Hauptstraße 18, in Pohle. Sitzungsbeginn ist um 19 Uhr. kle

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