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Flüchtlingsheim bei Lauenau geplant

Unterkunft für 42 Asylbewerber Flüchtlingsheim bei Lauenau geplant

Der Landkreis Schaumburg möchte eine Sammelunterkunft für Flüchtlinge auf dem Gebiet der Gemeinde Pohle errichten.

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Debatte um Flüchtlingsheim im Pohler Gewerbegebiet

Im Gewerbegebiet„In der Masch“ soll ein Flüchtlingsheimentstehen.

Quelle: gus

Pohle/Lauenau. Geplant ist ein Übergangsheim für bis zu 42 Asylsuchende an der Straße In der Masch.

 Damit liegt der Zielbereich näher am Flecken Lauenau als am Pohler Ortskern, denn die Straße ist Teil des gleichnamigen Gewerbegebiets östlich der Bundesstraße 442. Weil aber die Gemarkungsgrenzen so verlaufen, wie sie verlaufen, befasst sich am Dienstag, 23. April, der Gemeinderat Pohle mit einer Bauvoranfrage des Landkreises.

 Dabei geht es um die Zulässigkeit des Vorhabens. Denn in einem Gewerbegebiet ist Wohnbebauung an sich nicht erlaubt. Auch der für den Bereich gültige Bebauungsplan „In der Masch III“ sieht dies nicht vor. Es gibt allerdings eine bis Ende 2019 geltende Ausnahmeregelung. Diese lässt Flüchtlingsheime dann zu, wenn beispielsweise „nachbarliche Interessen“ gewahrt sind. An der Stelle hakt es aber bereits.

 Ein Eigentümer von Gewerbeflächen hat Bedenken gegen den Plan vorgebracht. Dieser bezeichnet die Platzwahl als „hinterste Ecke“. Der Einwand ist nicht aus der Luft gegriffen: Rund 100 Meter jenseits der geplanten Sammelunterkunft endet die Straße In der Masch in einem Wendehammer, wo ein Autoverwerter ausrangierte Fahrzeuge abstellt. Dahinter wiederum liegt eine Wiese. Das Gewerbegebiet grenzt an die Hochtrasse der B442, der Schrottplatz des Autoverwerters befindet sich auch nur etwa 150 Meter von dem Zielgrundstück entfernt.

 Der Eigentümer fragt sich: „Welcher Eindruck wird bei den Flüchtlingen entstehen?“ Zudem befinde sich das gesamte Gewerbegebiet in einer Hochwasserzone. Der Immobilienvermieter macht aber auch keinen Hehl daraus, dass er „Vandalismus, Diebstahlgefahr und Kriminalisierung“ fürchtet, was zum Wertverlust von Grundstücken und Gebäuden führen könne. Und die Vermietung falle ihm ohnehin schwerer als gedacht, weil das Gewerbegebiet sich in „katastrophalem“ Zustand befinde.

 Aus Sicht der Gemeinde Pohle spricht laut Sitzungsunterlagen aber nicht viel gegen die Errichtung der Sammelunterkunft. Keiner der Betriebe im Gewerbegebiet verursache so viel Lärm, dass die Bewohner gestört werden könnten. Einer dieser Betriebe ist der Samtgemeinde-Bauhof. Der Landkreis müsse aber die Finanzierung und die Erschließung des Grundstücks sicherstellen.

 Die Gemeinde weist darüber hinaus auch darauf hin, dass die Belange der Bürger zu berücksichtigen sind. Erfüllt der Landkreis alle diese Voraussetzungen, könnte es grünes Licht für das Vorhaben geben. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung für den Pohler Rat sieht vor, das Einvernehmen der Gemeinde zu erteilen. Damit könnte der Landkreis die Option der besagten Ausnahmeregelung für ein Flüchtlingsheim in dem Gewerbegebiet in Anspruch nehmen.

 Die Unterkunft soll zunächst auf einen fünfjährigen Betrieb befristet und dann „abgeräumt“ werden. Auch die Nachnutzung bereitet dem Immobilien-Eigentümer sorgen. gus

Backhaus einst Flüchtlingsheim

Auch das Backhaus Aktiv in Rodenberg ist einst ein Flüchtlingsheim gewesen. Mittlerweile wird es von ehrenamtlichen Helfern unter anderem dazu genutzt, Asylbewerber zu unterstützen. Hauptsächlich ist es ein Kultur-, Sport- und Bildungszentrum. gus

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Pohler Rat soll über Bauvoranfrage befinden

Ein mögliches Flüchtlingsheim im Pohler Gewerbegebiet an der B 442 bewegt derzeit Bürger aus Pohle und Lauenau gleichermaßen. Der Landkreis plant ein sogenanntes Übergangsheim für bis zu 42 Asylbewerber an der Straße In der Masch, der Pohler Rat soll Donnerstagabend über die Bauvoranfrage befinden.

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