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Kein Flüchtlingsheim in 2015

Pohle Kein Flüchtlingsheim in 2015

Der Landkreis Schaumburg wird in diesem Jahr kein Flüchtlingsheim mehr im Pohler Gewerbegebiet „in der Masch“ bei Lauenau errichten. Dies hat Erster Kreisrat Klaus Heimann auf Anfrage dieser Zeitung erklärt. Ob im Landkreis überhaupt ein großes Flüchtlingsheim benötigt wird, hängt auch vom Ergebnis der Debatte um sichere Drittstaaten ab.

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Pohle/Lauenau. Das von Bürgern zwiespältig beurteilte Vorhaben sei in 2015 gar nicht mehr zu realisieren, so Heimann. Denn die Lieferzeiten für die benötigten Container-Module wäre dafür viel zu lang. Dies sei aber nicht schlimm – der Landkreis komme derzeit mit seinen Kapazitäten noch gut aus. Das Projekt bei Lauenau sei auch lediglich als Handlungsoption bei anhaltendem Flüchtlingszustrom gedacht.

Dass der Landkreis Schaumburg vorerst keinen Bedarf sieht, diese Option zu ziehen, hat mehrere Gründe. Einerseits seien die betreffenden Mitarbeiter äußerst erfolgreich dabei, Privatwohnungen anzumieten, um die Migranten dezentral unterzubringen. Nicht jede angebotene Wohnung sei geeignet, weil beispielsweise die Größen nicht auf die darin anzusiedelnden Familien passen. Dennoch gebe es ein großes Angebot.

Darüber hinaus hat die Kreisverwaltung einige größere Projekte in anderen Orten umgesetzt. Heimann nannte den Erwerb von Reihen- beziehungsweise Doppelhäusern in Rinteln und Bückeburg, den Ausbau einer leeren Schule in Rinteln und eines leeren Pflegeheims in Bad Eilsen. Außerdem miete der Kreis Wohnungen der Bundesanstalt für Immobilien (Bima) an.

Mittelfristig sei deshalb davon auszugehen, dass ein großes Flüchtlingsheim – jenes bei Lauenau würde 42 Plätze für Asylbewerber vorhalten – nicht benötigt wird. „So lange kein Bedarf besteht, wird es das Heim auch nicht geben“, betonte Heimann. Im April, als es zu einer angeregten Diskussion im Pohler Gemeinderat gekommen war, habe der Landkreis lediglich eine Bauvoranfrage gestellt. Der Pohler Rat hatte grünes Licht gegeben, dass der Kreis das Heim bauen darf, ohne das ein Datum für den Baustart definiert wurde.

Ob die damit geschaffene Option überhaupt je gezogen wird, mag Heimann zum jetzigen Zeitpunkt nicht prognostizieren. Der Stein ist zwar nicht ohne Grund ins Rollen gebracht worden, denn niemand geht im Kreishaus derzeit von einem baldigen Ende des Flüchtlingszustroms aus. Aber letztlich hängt es von mehreren Faktoren ab, ob das Heim bei Lauenau errichtet werden muss oder nicht.

Das Gesamtaufkommen und die damit verbundene Zahl an Flüchtlingen, die nach Schaumburg übersiedeln, ist ein solcher Faktor. Ein anderer Aspekt ist Heimann zufolge die Dauer der Asylverfahren. Dabei wiederum ist auch die Debatte um die sicheren Drittstaaten zu berücksichtigen.

Denn Menschen, die aus diesen Ländern einreisen, haben keine Chance auf politisches Asyl. Der CDU-Europaabgeordnete David McAllister hatte jüngst die Aufnahme des Kosovo, Albaniens und Montenegros in diese Liste angeregt. CSU-Chef Horst Seehofer forderte sogar separate Auffangzentren für Migranten aus sicheren Drittstaaten. Dies soll auch den Zustrom von Menschen aus diesen Ländern und damit die Zahl der Asylverfahren verringern. gus

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