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Kritik an geplantem Flüchtlingsheim

Grüner warnt vor Ghettoisierung Kritik an geplantem Flüchtlingsheim

Der Lauenauer Grünen-Politiker Karsten Dohmeyer kritisiert die Entscheidung des Landkreises, im Pohler Gewerbegebiet In der Masch eine Notunterkunft für Flüchtlinge zu bauen.

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Quelle: dpa/Symbolbild

Pohle/Lauenau. Im Raum Lauenau nutze der Landkreis darüber hinaus Privatwohnungen, die zur Unterbringung von Asylbewerbern geeignet wären, nicht. Dem widerspricht der Landkreis jedoch.

 „Mit diesem Beschluss schafft man in unserer Samtgemeinde optimale Voraussetzungen für Gettoisierung und widerspricht allen Lippenbekenntnissen zu dezentraler Unterbringung von Flüchtlingen“, so Dohmeyer. Der Begriff dezentral sei offensichtlich falsch ausgelegt worden. „Nicht in den Ortschaften mit sozialer Anbindung an die Bevölkerung, sondern weit ab vom Publikum in einem Gewerbegebiet sollen die Flüchtlinge leben“, interpretiert der Grüne die Pläne des Kreishauses. In der Ratssitzung hatte Kreisdezernent Klaus Heimann allerdings darauf hingewiesen, dass das geplante Heim lediglich als Notnagel dienen soll und dezentrale Unterkünfte weiterhin gesucht werden.

 Dohmeyer zufolge wären aber jetzt schon „dezentrale und dem Landkreis auch schon 2009 angebotene Unterbringungen möglich, in der Summe für rund 20 Menschen allein in den Orten Hülsede und Lauenau“, schreibt der Lauenauer in einer Pressenotiz.

 Auf Anfrage dieser Zeitung erklärte Heimann, es könne durchaus vorkommen, dass der Landkreis eine angebotene Flüchtlingsunterkunft ablehnt, weil diese ungeeignet sind. Er verwies auf die Stadt Bad Nenndorf, wo die Wohnungen in den Deisterhäusern nicht die Brandschutzanforderungen erfüllten. Außerdem seien angebotene Wohnungen bisweilen zu groß. Der Kreis könne aus ökonomischen Gründen nicht zwei oder drei Flüchtlinge in einer Wohnung unterbringen, die auf fünf Menschen ausgelegt sei. Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen um die 70 Quadratmeter würden meist benötigt. Hin und wieder sind Wohnungen laut Heimann auch schlichtweg in einem zu schlechten Zustand.

 Unabhängig davon kritisiert Dohmeyer den Standort im Gewerbegebiet bei Lauenau. Gerade in der ersten Zeit sei für „traumatisierte und ihrer Heimat entrissene Menschen die soziale Anbindung an ihre Umgebung wichtig“. Schon seit Langem sei allen Beteiligten bewusst, dass Flüchtlinge auch in größerer Zahl untergebracht werden müssen. Von einem frühzeitigen Bemühen des Landkreises, in der Samtgemeinde Rodenberg geeigneten Wohnraum zu finden, sei in den dortigen Gemeinden nicht viel zu spüren gewesen.

 Dohmeyer kritisiert zudem, dass die Pohler Ratsleute in der jüngsten Sitzung keine andere Wahl gehabt hätten, als den Plänen für das Heim zuzustimmen. Doch die Politiker hätten Heimann zufolge durchaus dagegen votieren können. Dann aber hätte der Landkreis dieses Votum wieder kassiert. gus

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