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Pohles Geschichte geht auf das neunte Jahrhundert zurück

Keine Party zum Jubiläum Pohles Geschichte geht auf das neunte Jahrhundert zurück

Einer der nach heutigem Wissensstand ältesten Orte in der Region lässt sein Jubiläumsjahr ohne große Erinnerungsfeier verstreichen. Die Gemeinde Pohle kann auf eine erste urkundliche Erwähnung vor rund 1175 Jahren verweisen. Als „Padlo“ ist es in einer Güterschenkung des Corveyer Traditionsbuchs erwähnt.

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Beim Jubiläumsfest 1990 hatten Landfrauen in einer bunt geschmückten Diele sogar eine Spinnstube eingerichtet.  nah

Pohle. 1990 hatte der Ort ein großartiges Fest gefeiert – auf anfängliches Betreiben des ehemaligen Bürgermeisters und Heimatforschers Wilhelm Lange. Dieser war lange Zeit davon ausgegangen, dass der erste schriftliche Beleg für Pohle aus dem Jahr 1040 aus Corvey stamme. Dann hätte immerhin schon das 950-jährige Bestehen gefeiert werden können.

Doch der Schaumburger Historiker Heinrich Munk, den die Gemeinde um das Erstellen einer umfangreichen Chronik bat, kam dem noch früheren Dokument auf die Spur. Darin werden übrigens auch Apuldrun (Apelern), Alblokestorpe (Algesdorf) und Faenrederi (Feggendorf) genannt. Nur: Das genaue Jahr der Eintragung bleibt im Dunkel der Geschichte, weil die Klosterschreiber ihr Traditionsbuch in den Jahren zwischen 822 und 875 füllten.

So wurde als Festjahr für die lokale Historie 1990 gewählt – eben weil dafür auch schon die Vorbereitungen begonnen hatten. Damals wurde eine Menge auf die Beine gestellt: eine Grenzbegehung, ein „Spiel ohne Grenzen“ für die Einwohner, Tage der offenen Tür von DRK, Feuerwehr und Landwirtschaft, wobei deren Vertreter alte Ackergeräte, eine Spinnstube und sogar ein Dreschen auf der Tenne organisierten. Als Höhepunkt gab es einen Festumzug mit vielen Darstellungen zur örtlichen Geschichte bis hin zu Landarzt, Mönch und Zöllner.

Und heute? Das 1175. Pohler Jahr geht fast unbemerkt vorüber. „Nein, wir hatten keine weiteren Pläne“, antwortete Bürgermeister Jörg Hupe auf Anfrage dieser Zeitung. Es könnte allenfalls im Herbst der Film gezeigt werden, der bei den damaligen Feierlichkeiten entstanden war. Zugleich machte Hupe deutlich, dass es an mangelndem Organisations-Interesse nicht gelegen habe: „Bei uns im Dorf ist doch eigentlich immer etwas los.“ Da müsse der jährliche Terminkalender nicht weiter überfrachtet werden.

In der Tat hat gerade erst der Pohler Kindergarten sein 40-jähriges Bestehen gefeiert. Und schon steht mit dem Erntefest der Landjugend ein weiteres großes Ereignis ins Haus. Hupe glaubt auch, dass es so ein großes Fest wie 1990 wohl kein weiteres Mal geben wird. Damals sei ein enormer Aufwand betrieben worden.

„Aber vielleicht interessiert das auch unsere Neubürger“, nimmt er an und verweist auf die in Einzelexemplaren noch vorhandene Chronik über 536 Seiten. In einem Anhang sind etliche Fotos auch von den Feierlichkeiten zu finden. nah

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