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Pohle Rolle rückwarts beim Feuerwehrhaus
Schaumburg Rodenberg Pohle Rolle rückwarts beim Feuerwehrhaus
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16:28 11.03.2018
Quelle: dpa
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Pohle

Ursprünglich war es das Ziel gewesen, Umkleide-, Aufenthalts- und Sanitärräume von den Fahrzeugbereichen zu trennen. Daher sollte der Anbau samt neuem Hof und anders ausgerichteter Ausfahrt für die Autos entstehen. Dieser ist nun nach reichlich zähem Verlauf drauf und dran fertig zu werden. Im Anschluss sollte dann der alte Gebäudeteil umgestaltet und saniert werden – inklusive moderner und nach Geschlecht getrennter Duschen und Umkleiden. Dazu sollte die Samtgemeinde ein Konzept erarbeiten. Jetzt aber müsse die Kommune umdenken, weil die Feuerwehr sich besagte Änderungen wünschte, teilt Jörg Döpke, Fachbereichsleiter Innere Dienste, mit.

Umkleide kommen in die neue Halle

Die Umkleiden sollen demnach in den Bereich der neuen Halle hinter den Fahrzeugen angesiedelt werden. So lassen sich gefährliche Laufwege vermeiden, die auch bereits bei einer Besichtigung bereits Thema waren. Da die Hallentore per Fernbedienung geschlossen werden können, wären die Wertsachen der Einsatzkräfte auch nach dem Ausrücken sicher verwahrt.

Allzu unglücklich ist die Verwaltung mit der neuen Lösung offenbar nicht. „Die Anordnung der Spinde in der neuen Fahrzeughalle ermöglicht einen optimalen Ablauf“, heißt es seitens des Baufachbereichs. Laut Döpke wäre die Änderung kostenneutral. Ob sich die Baumaßnahme nochmals verzögert, konnte Döpke nicht exakt beantworten. Dies hänge auch davon ab, wie lange die Unfallkasse für die erneute Beurteilung der Situation brauche.

Andreas Kölle (SPD) erkundigte sich, ob der Vorschlag vom Tisch ist, im Altgebäude separate Duschen „für Männlein und Weiblein“ zu realisieren. Dies verneinte Döpke: Die Samtgemeinde bleibe nach wie vor bei diesen Plänen, um „die ungeeignete Situation im Keller“ aufzulösen. Hans-Werner Kühnel (SPD) kritisierte die räumliche Distanz zwischen Duschen und Umkleiden. Fortan müssten die Einsatzkräfte entweder in Feuerwehrkleidung oder in Unterwäsche zum Duschen laufen, argwöhnte er.

Detailfragen sind noch offen

Da noch weitere Detailfragen offen sind, könnte es dazu kommen, dass sich der Feuerschutzausschuss das Gebäude in Pohle noch einmal ansieht. Zuletzt waren die Politiker im Oktober dort gewesen. Auch ein zweiter Rettungsweg soll in dem Gebäude installiert werden.

Der Ausschussvorsitzende, Klaus-Werner Volker (SPD), bemängelte eine aus seiner Sicht konzeptlose Planung. Erst vor vier Wochen sei ein Plan präsentiert worden, der nun über den Haufen geworfen werde. Volker mahnte eindringlich an, dass nicht weiterhin bei jeder Sitzung neue Überraschungen aufgetischt werden. Die noch nötigen Installationen sollten von der Feuerwehr einmal detailliert aufgelistet werden.

Neubauten statt Stückwerk

Karsten Dohmeyer (Grüne) nutzte das Pohler Dilemma für einen Appell: Neubauten statt Stückwerk an Altbestand. Dies unterstützte Döpke nur bedingt. Auch ein Konzept liege bereits lange vor, allerdings haben die Einwände der Unfallkasse zum Umdenken geführt, sagte er an Volkers Adresse.

Einen Beschluss fasste der Ausschuss nicht, die Inhalte waren nur zur Kenntnis zu nehmen. Die SPD reichte anschließend einen Antrag ein, wonach die Verwaltung dem Ganzen noch einmal auf den Grund gehen soll. Nach Ostern soll das Thema dann bei einer weiteren Sitzung des Fachgremiums wieder aufgerollt werden. „Eine komplette Mängel-Auflistung für die Pannen auf der Baustelle gibt es noch nicht“, so Döpke auf Anfrage Dohmeyers. gus

Kommentar

Pohler Posse

Von Guido Scholl

Die erneuten Planänderungen für das Pohler Gerätehaus waren ein Wunsch der Feuerwehr. Schön und gut. Aber warum kommt das erst jetzt aufs Tableau? Der erste Plan der Samtgemeinde sah klipp und klar vor, die Umkleiden im alten Gebäude zu belassen – und der Bau hat bereits vor einem Jahr begonnen. Nun also doch lieber Umziehen bei den Fahrzeugen.
Was kommt als Nächstes? Dass auch noch die Duschen in den Neubau verlegt werden? Denn Stand jetzt müssen die Einsatzkräfte künftig nach dem Umziehen über den Hof zum Duschen laufen. Aus Feuerwehrkreisen heißt es, dass bei dem Pohler Bauprojekt einfach zu viele Akteure mitbestimmen wollen. Dieser Eindruck drängt sich in der Tat auf.

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