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Statt Zuschuss droht Bußgeld

Denkmalpflege zieht Unterstützung zurück Statt Zuschuss droht Bußgeld

Bei der Sanierung des ehemaligen Sustrate-Hofes in Pohle steht dessen Eigentümer, Leszek Glowacki, allein da. Ursprünglich hatte er für die Dacherneuerung des Altenteilerhauses Geld von der Denkmalpflege bewilligt bekommen.

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„Die waren doch ganz kaputt“: Leszek Glowacki vor den abmontierten Dachbalken.

Quelle: nah

Pohle.. Bei der Ausführung kam es jedoch zu Differenzen zwischen dem Landkreis Schaumburg und dem Hausherrn. Statt mit einem Zuschuss muss er nun sogar mit einem Bußgeldverfahren rechnen.

Das in Fachkreisen angesehene historische Wohnhaus von 1789 weist zumindest auf seiner Rückseite ansehnliche dunkle Balken und weiße Gefache statt zuvor hässlicher Eternitplatten auf. Glowacki hatte sogar das schädliche Wirken von drei Jahrzehnten Regenwasser beseitigt und die abgesackten Fundamente um 30 Zentimeter wieder angehoben.

Aber: Nur eine bestimmte Anzahl maroder Dachsparren sollte nach Ansicht der Denkmalpfleger ausgetauscht werden. Der 55-Jährige aber riss gleich alle Balken ab: „Die waren doch ganz kaputt“, sagt er und zeigt auf einen ganzen Haufen Holz in einer Ecke seines großen Gartens. Prompt entzog ihm die Behörde die bereits vor zwei Jahren zugesagte Finanzspritze. „Uns blieb keine andere Wahl“, erklärte Baudezernent Fritz Klebe auf Anfrage.

Die Untere Denkmalbehörde habe Eigentümer und Architekt „lange und intensiv beraten“. Wenn dann das Gegenteil von dem erfolge, was schriftlich vereinbart gewesen sei, entziehe dies die Basis für einen Zuschuss. In seine Kritik schloss Klebe den beteiligten Architekten mit ein.

So sind Glowacki bei der mit 83 000 Euro veranschlagten Sanierung 25 000 Euro aus EU-, Landes-, Landkreis- und Gemeindemitteln versagt geblieben. Ganz weh tut ihm das nach eigenen Angaben nicht: Da er die Sanierung mit Familien und Freunden vornahm, seien ihm Kosten von nur 40 000 Euro entstanden.

Doch der Umbau kommt ihn wohl noch etwas teurer zu stehen. Er muss sich nun den Vorwurf einer Ordnungswidrigkeit gefallen lassen, der Landkreis hat ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Klebe sieht dafür keinen Spielraum: Baudenkmal-Eigentümer müssten sich an bestehende Gesetze halten, betont er. In den vergangenen Jahren seien durch den Landkreis rund 50 vorwiegend ländliche Objekte gefördert und selbst aus eigenen Mitteln Zuschüsse gewährt worden: „Aber so etwas wie in Pohle haben wir noch nicht erlebt.“ nah

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