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AfD-Störung bei der Awo

Rodenberg AfD-Störung bei der Awo

Ein AfD-Mitglied hat in den vergangenen Wochen bei den Kaffeenachmittagen des Awo-Ortsvereins Rodenberg Unruhe gestiftet. Die Kreistagspolitikerin Margot Zedlitz hatte sich dorthin begeben, und sich mit den dortigen Awo-Mitgliedern unter anderem über Flüchtlingspolitik gestritten.

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Spielleiterin Catrin Döpke mit Glücksbote Melvin.

Quelle: nah

RODENBERG. Ortsvorsitzende Tina Böhm erinnert sich noch genau, wie alles anfing. Eine den Mitgliedern unbekannte Stadthägerin erschien im Herbst erstmals zum Kaffeenachmittag und kam schnell mit den übrigen Gästen – darunter auch Migranten – ins Gespräch, vornehmlich über die Handarbeiten, die während des Nachmittags erledigt wurden, und über ausliegendes Gebäck. Noch dachte sich keiner etwas dabei, dass jemand dafür eigens aus Stadthagen nach Rodenberg reiste.

Als im Januar eine Unterschriftenliste herumging, mit der die Awo die Abschiebung von Flüchtlingen verhindern wollte, zeigte der Gast, der sich als Margot vorgestellt hatte, Flagge. Sie unterschreibe nicht, sie sei froh über jeden Flüchtling, der Deutschland wieder verlasse. Es kam zur Diskussion, an deren Ende die Awo-Mitglieder verdutzt zurückblieben. Es wurde schon gewitzelt: Die Frau wähnte sich wohl bei der AfD, nicht bei der Awo.

Rasse muss rein bleiben

Noch perplexer waren die Rodenberger, als die Frau beim nächsten der vierzehntäglichen Treffen erneut auftauchte. Als das Thema Zuwanderung wieder zur Sprache kam, wurde die Stadthägerin noch deutlicher. Laut Vorsitzender Böhm und Kassenwartin Brigitte von Jaminet sagte die Frau, sie sei gegen Volksvermischung. Und die Deutschen müssten ihre Rasse rein halten.

Diese aus Sicht der Flüchtlingshelfer befremdlichen Formulierungen trugen sie kurz darauf beim Kreisverband vor. Deren Geschäftsführerin, Heidemarie Hanauske, sitzt auch im Kreistag und zählte eins und eins zusammen: Ob es sich bei dem Gast womöglich um Margot Zedlitz handelt? Ein Foto klärte die Sache endgültig auf – es war die AfD-Politikerin.

Unerwünschte Besuche gehen weiter

Trotz mehrfachen verbalen Gegenwinds erschien Zedlitz bis in den März hinein zu den Awo-Kaffeenachmittagen und lieferte sich auch immer heftigere Wortgefechte, an deren Schluss Böhm ihr unzweideutig eröffnete, sie sei nicht mehr erwünscht. Mit den Worten „man sieht sich“, habe Zedlitz sich daraufhin verabschiedet. In dieser Woche kam sie erstmals nicht zu dem Treffen.

Zedlitz sagt, sie sei nach Rodenberg gefahren, weil sie gern Handarbeit mache. Sie bedauere ihren Rauswurf und habe nichts gegen die Awo. Den Begriff Volksvermischung habe sie ebenso wenig verwendet wie die Vokabel Rasse – an ihre genauen Formulierungen erinnere sie sich nicht.

Episode ist abgehakt

AfD-Kreisvorsitzender Daniel Carl hat nichts dagegen einzuwenden, wenn ein Parteimitglied die Haltung der AfD bei solchen Treffen vertrete. Begriffe wie Rasse gehörten jedoch nicht dazu, betont Carl, der aber auch erklärt: „Ich bin nicht dabei gewesen und weiß nicht, was genau gesagt wurde.“

Für die Rodenberger Awo ist die Episode abgehakt. Amüsant finden Böhm und von Jaminet, dass Zedlitz geradezu über die von einer Migrantin gebackenen Baklava-Riegel herfiel. gus

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