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Aldi: Einer stellt sich quer

Pachtvertrag läuft aus Aldi: Einer stellt sich quer

Angesichts des drohenden Aldi-Rückzugs ist die Besorgnis in Rodenberg groß. Unter den bisherigen Voraussetzungen will der Konzern die Filiale in jedem Fall nicht weiter betreiben.

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In Rodenberg droht der Rückzug des Aldi Marktes.

Quelle: gus

Rodenberg. Doch warum ist der Discounter nicht zu halten? Und was wäre die Alternative im Fall einer Abwanderung zum 30. Juni?

Der Eigentümer des Immobilienkomplexes am Amtsplatz, Heinz Plewnia, hegt kaum mehr Hoffnung, dass Aldi bleibt. Ende 2014 habe der Discounter die Option, den Pachtvertrag – endend am 30. Juni – zu verlängern, nicht gezogen. Vorausgegangen seien 13 Verhandlungsrunden mit den Eigentümern der Grundstücke hinter dem Aldi-Markt. Diese seien für eine Expansion auf bis zu 1400 Quadratmeter Verkaufsfläche nötig. Gescheitert seien die Gespräche an der fehlenden Verkaufsbereitschaft eines Eigentümers, so Plewnia. Nach mittlerweile zwei Jahren Tauziehen sieht dieser den Schlusspunkt erreicht.

Der nicht verkaufsbereite Grundstücksbesitzer (Name der Redaktion bekannt) erklärte seine Haltung im Gespräch mit dieser Zeitung damit, dass er seine Nachbarn nicht schädigen wolle. Diese seien zwar nicht mit derartigen Wünschen auf ihn zugekommen, doch es liege auf der Hand, dass sie an Lebensqualität einbüßen, sobald Aldi expandiert. Auf dem Grundstück, um das es geht, befindet sich auch die Rodenberger Eisdiele.

Doch die hätte weiterbetrieben werden können, sagt der Besitzer. Ihm gehe es auch nicht ums Geld. Und innerhalb der nächsten Jahre wolle er das Grundstück sowieso abgeben. Dennoch mag er nicht zugunsten der Aldi-Erweiterung verkaufen. Er sehe keine Lösung im Sinne aller Beteiligten.

Für den Konzern wäre der Zug damit abgefahren. Nur wenn sich bei den Grundstücksfragen noch ein Türchen auftue, wäre Aldi nach Aussage von Thorsten Effner vom Aldi Immobilien Service zu Gesprächen bereit. „Wir merken ja, dass der Zuspruch nachlässt.“ Nur bei der Chance auf eine moderne, deutlich größere Filiale käme ein Fortbestehen infrage. Aktuell hat der Markt eine Fläche von rund 700 Quadratmetern, so etwas gehe heutzutage einfach nicht mehr.

Für Günter Ebertz, Vorsitzender des Gewerbevereins Rodenberg, war die Nachricht ein Schlag in die Magengrube. Denn für die Gewerbebetreibenden im Ort wäre der Weggang von Aldi „tragisch, weil wir befürchten müssen, dass die Kaufkraft sich dann nach außerhalb verlagert“. Es wäre deshalb schön, wenn sich doch noch Spielraum für weitere Verhandlungen ergäbe.
Auch Samtgemeindebürgermeister Georg Hudalla, Rodenbergs Stadtdirektor, ist entsprechend betrübt über die Situation.

Die Chance auf fußläufige Nahversorgung sei von großer Bedeutung und in Anbetracht der demografischen Entwicklung ein Zukunftsmodell. Vertreter von Verwaltung und Politik wollen deshalb am Ball bleiben. Ihre Möglichkeiten seien jedoch begrenzt. Doch selbst bei einem Weggang Aldis sei ja nicht alles verloren, meint Hudalla. „Das Objekt gehört einem erfahrenen Investor, der bestimmt dafür sorgen wird, dass in dieses Gebäude wieder jemand einzieht.“

In der Tat sucht Plewnia nach bereits einem Nachmieter. Ein Lebensmittelhändler werde wohl nicht einziehen, weil dafür die Verkaufsfläche zu klein sei. Aber den Namen Rossmann dementierte Plewnia nicht. Verhandlungen mit dem Drogeristen, der seit Jahren mit dem Standort Rodenberg liebäugelt, seien angebahnt, spruchreif sei aber noch nichts. gus, kle

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