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Aldi nicht um jeden Preis

Kritik am Discount-Riesen Aldi nicht um jeden Preis

Bislang ist die Debatte um den Aldi-Verbleib in Rodenberg vor allem mit Argumenten für dessen Notwendigkeit für die Innenstadt geführt worden. Doch jetzt melden sich auch Kritiker des Discounters zu Wort und attestieren einen Mangel an Alternativen.

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Lebensqualität oder Discounter? Einige Gartenbesitzer wollen verkaufen, andere nicht. 

Quelle: gus

Rodenberg. Der „Multimilliardär Aldi“ diktiere Politik und Investor die Marktgestaltung, erklärt die Familie Tambur. Die Tambaurs sind einer der Nachbarn des nicht verkaufsbereiten Grundstückseigentümers, der erklärt hatte, seine Anrainer mit dem Verkauf nicht schädigen zu wollen. Hintergrund ist der alte Protest gegen einen Bebauungsplan, der eine Straße dort vorgesehen hätte, wo jetzt Aldi hätte bauen sollen. Weil sie damals ihre Gärten schützen wollten, halten die Mitstreiter von einst auch heute zusammen.
Die Tambaurs drehen den Spieß um. Wenn Aldi in Rodenberg bleiben wolle, warum suche das Unternehmen dann nicht auf eigene Faust nach Alternativen, erkenne die Belange der Innenstadtbewohner an und beschränke sich entweder beim Ausmaß der Filiale oder finde einen anderen Standort?
Doch „der Multimilliardär Aldi zeigt sich monoton kompromisslos in seiner Eierkarton-Bauweise“, befinden die Tambaurs. „Die Gewerbesteuereintreiber sehen dieser diktatorischen Weise ergeben und alternativlos zu und nehmen eher weitere Grünflächenvernichtung und Bürgerverprellung in Kauf, als Aldi ziehen zu lassen“, moniert die Familie. Rodenbergs Versorgung wäre nach deren Ansicht ohne Aldi nicht gefährdet. Dem widerspricht der Gewerbeverein Rodenberg, der mehrfach auf die Magnetwirkung des Discounters hingewiesen hatte. Ohne Aldi seien auch die inhabergeführten Geschäfte bedroht. Die Grünflächen in den innerstädtischen Wohngebieten sehen die Tambaurs ebenso wie ihr Nachbar aber als zu kostbares Gut an, um es dem Discount-Riesen quasi zum Fraß vorzuwerfen. Dessen Kunden hätten ohnehin Alternativen: Im Umkreis von fünf Kilometern gebe es mehrere Aldi-Märkte.
Wenn schon ein neuer Aldi in Rodenberg entstehen soll, dann doch bitte auf anderen Flächen als den Gärten im hinteren Bereich des jetzigen Aldi-Marktes. Es gebe Immobilien an der Langen Straße, die abgerissen werden könnten. Und auch „betonierte Flächen“ am Amtsplatz stünden bereit. Mit solchen Möglichkeiten hatte bereits die Verwaltung geliebäugelt, die Auswahl aber als schwierig bezeichnet und den Wunsch nach einem Stadtplaner geäußert, der die Aufgabe übernimmt, nach einem Ort für Aldi – oder einen anderen Discounter – zu suchen.
„Wenn betagte oder Vorruhestands-Grundstückseigentümer jetzt ihr Grundstück für Aldi hergeben, so ist das einerseits legitim, andererseits stellt es eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber den zurückbleibenden Anwohnern dar“, kritisieren die Tambaurs. Diese schlagen zudem einen Kompromiss in Form einer „Insellösung“ vor: „Das gesamte jetzige Gebäude wird von Aldi genutzt, etwas verwinkelt, städtearchitektonisch ansprechend.“ Platz für eine Drogerie gebe es an der Langen Straße.  gus

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