Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Alfred Syga sammelt Hammond-Orgeln

Ungewöhnliche Liebe Alfred Syga sammelt Hammond-Orgeln

 So gut wie jeder Mensch hat ein Hobby. Auch Alfred Syga aus Algesdorf hat eines. „Die einen sammeln Autos, die anderen Modelleisenbahnen“, sagt er. „Ich sammle Hammond-Orgeln.“

Voriger Artikel
Letzte Hoffnung Fundbüro
Nächster Artikel
15 Jahre voller Erinnerungen

Alfred Syga sammelt nicht nur Hammond-Orgeln, er spielt sie auch hervorragend.

Quelle: js

Rodenberg (js). Der gebürtige Schlesier ist zeit seines Lebens begeisterter Musiker gewesen, angefangen hat alles mit 16 Jahren beim Militär. Später spielte er mit Hingabe Keyboard. Doch seine wahre Leidenschaft galt schon immer der Hammond-Orgel. „Das war ein Traum für mich, aber so etwas konnte ich mir früher nie leisten“, erzählt der 70-Jährige.
Als er Ende der siebziger Jahre über England nach Deutschland kam, fand der Elektromeister schnell Anstellung bei Continental in Hannover. Schon dort spielte er mit befreundeten Musikerkollegen viele Konzerte. 1985 folgte der Umzug nach Schaumburg. Und, nachdem etwas Geld gespart worden war, begann er im Jahr 2008 mit der Sammlung der musikalischen Antiquitäten. „Wie im Himmel“ sei es gewesen, als Syga das erste Exemplar sein Eigen nennen durfte. „Jeden Tag saß ich bis 22 Uhr und habe gespielt.“
Der Algesdorfer konnte nicht genug bekommen, baute sowohl seine Werkstatt als auch seine Scheune aus, um Platz zu schaffen. Zu Spitzenzeiten waren mehr als 60 Orgeln in seiner Scheune und im Haus verteilt. „Es gab ab und an Zoff mit meiner Frau“, sagt er mit einem Lächeln, aber am Ende habe sich das Paar immer verstanden.
Mehr als 20 Hammond-Orgeln habe er in den vergangen Jahren in seine alte Heimat Schlesien geschickt. „Die Kirchen und Klöster haben dort kein Geld für sowas“, sagt er. Heute befinden sich immerhin noch 28 Orgeln in seinem Besitz. Die teuerste sei ein Modell „B 3“, Wert: 8000 Euro. „Ein wunderschönes Stück“, sagt Syga verzaubert.
In seiner Werkstatt auf dem Hof kümmert sich der Algesdorfer um die Reparatur, auch für andere Orgel-Liebhaber. Als Elektromeister hat er fundierte Kenntnisse über die Funktionsweise des Instruments. Damit kann er auch beim Hammond-Nostalgie-Club überzeugen, deren Mitglied er seit 2009 ist. Selbst dort ist Syga einzigartig, denn vergleichbare Hammond-Begeisterte verfolgen einen gewerblichen Zweck, während der 70-Jährige rein „aus Liebe“ sammelt. Und diese braucht Pflege. Mindestens dreimal am Tag schaut Syga bei seinen Sammelstücken vorbei, putzt sie und spielt ein Stück darauf. „Sonst säuft der Generator ab“, erklärt er.
Syga berichtet von seinem Hobby genauso enthusiastisch, wie andere von Modellflugzeugen oder Briefmarken. „Ich kann es auch nicht wirklich erklären“, sagt der Algesdorfer. „Ich liebe die Hammond-Orgel einfach.“

Info

Von Deep Purple bis Pink Floyd

Laurens Hammond schuf eine neue Industrie, als er 1934 die nach ihm benannte Hammond-Orgel erfand. Das elektromechanische Instrument fand ursprünglich im Jazz Verwendung, wurde im Laufe der Zeit aber auch von Musikern des Rock, Blues, Funk oder Reggae entdeckt. Ihre größte Popularität feierte die Orgel während der sechziger und siebziger Jahre, als einige Rockbands die Orgel benutzten, unter anderem Deep Purple und Pink Floyd.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg